REIFMOND – DER OKTOBER…

Im Gregorianischen Kalender ist der Oktober der zehnte Monat des Jahres. Der Oktober hat 31 Tage. Es ist der Monat, in dem die Zeit von der Sommerzeit auf Normalzeit umgestellt wird. Der Oktober ist der längste Monat des Jahres.

Die Römer nannten ihren achten Monat des Jahres mensis october (lat. octo = acht). Obwohl der Monat nach der Julianischen Kalenderreform 46 vor Ch. an die zehnte Stelle verschoben worden ist, ist es bei seinem römischen Namen geblieben. Bei der Übertragung von früheren Datumsangaben alter Schriften wird dies manchmal übersehen.

Zur Regierungszeit Kaiser Tiberius schlug der Senat vor den Oktober nach seiner Mutter Livia Drusilla in „Livius“ umzubenennen. Das lehnte der Kaiser jedoch ab, um nicht eine Gleichrangigkeit mit seiner Mutter akzeptieren zu müssen. Zur Regierungszeit Kaiser Domitian wurde der Monat in „Domitianus“ umbenannt, aber der Name setzte sich nicht durch. (Quelle: Wikipedia)


Alte Namen für den Oktober sind:

Gilbhart – das Gelb werden der Blätter
Weinmonat – bezieht sich auf die Weinlese
Dachsmond – in der Jägersprache
Reifmond – es setzen die ersten Nachtfröste ein.

Im Mittelalter galt der Oktober als ein heiliger Monat. Früher bevorzugte man im Oktober zu heiraten. Auch die Könige heirateten meistens im Oktober. In dieser Zeit beginnt die Weinlese und die weitere Verarbeitung der Trauben und deshalb nannte man den Oktober im Altdeutschen auch „Windumemanoth“ = „Weinlesemonat“ oder“Weinmonat“. Schon Karl der Große soll den Oktober so genannt haben. Ein anderer altdeutscher Name ist „Gilbhart“, weil die Blätter sich gelb färben, Gilb und viel = hart. Bei den Jägern nannte man den Oktober „Dachsmonat“, denn in dieser Zeit wurde das Tier gejagt wegen seines angesetzten Winterspecks. Im Mittelalter war das Fett des Dachses sehr begehrt, weil man ihm besondere Heilkräfte zu schrieb.

Im Oktober zeigt sich der Herbst in seiner vollen Pracht. „Der goldene Oktober“ wird er genannt, wenn er uns noch einige Sonnentage schenkt. Seine Farben sind Gelb, Orange, Rot und Braun. Das Licht ist mild und golden. Friedlich, zufrieden und doch etwas wehmütig wird es ums Herz. Die Tage werden kühler und kürzer und die Nächte lang und manchmal setzt schon der erste Nachtfrost ein.

Wenn das Jahr gut war und die Ernte eingefahren wurde, die Vorratskammern, Kornspeicher und Scheunen voll sind und somit das Überleben im Winter gesichert ist, dann wird gefeiert. Zu diesen Festen gehört auch das Erntedankfest. In vielen Kirchengemeinden werden Erntedankfest Gottesdienste abgehalten, in Kindergärten und Schulen werden Erntedankfest Theaterstücke aufgeführt und in vielen Gemeinden die Herbstkirmes mit Tanz gefeiert.

Seit 1861 findet das Erntedankfest in evangelischen Regionen am ersten Sonntag im Oktober statt. Traditionell wird eine wagenradgroße Krone angefertigt. Es ist ein Kranz aus Garten- , Feldfrüchten, Kornähren und bunten Bändern in den Farben des Herbstes. 1884 verfügte Papst Leo XIII., dass den ganzen Oktober über, in allen katholischen Pfarrkirchen, der Rosenkranz gebetet werden soll. Ende der 50-er Jahre wurde diese Vorschrift aufgehoben und im Jahr1974 wurde von Papst Paul VI. weiterhin das familiäre Rosenkranzgebet empfohlen. Das Rosenkranzgebet wird dem Oktober zugeordnet.



www.marling.de

Ende des Monats findet das große keltische Totenfest Samhain statt, das in der Römisch-Katholischen Kirche als das Allerheiligenfest am 1.November gefeiert wird. Viele alte Bräuche sind durch die Jahrhunderte nicht mehr überliefert worden und durch die Christianisierung wurden diese heidnische Festtage anderen Heiligen zugeordnet.

Das Oktoberfest

Das größte Volksfest der Welt ist das Münchener Oktoberfest, das am ersten Sonntag im Oktober endet. Am 12.10.1810 vermählte sich der Kronprinz Ludwig I. von Bayern mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Der Kronprinz wollte die Bewohner seiner Hauptstadt an diesem Ereignis teilnehmen lassen. Zur Erinnerung daran wird jährlich das Fest gefeiert. Heute, wie damals, findet das Fest auf der Theresienwiese statt.

Am 16.Oktober feiert man in manchen Gegenden den Gallustag. Es ist ein Festtag zu Ehren eines irischen Mönches aus dem 7. Jahrhundert. Nach ihm wurde die Abtei St. Gallen und die Stadt St. Gallen gegründet und benannt. Nach dem Gallustag wurde geschlachtet, weil es kalt genug war, das Pökelfleisch zu bevorraten. In vielen Gegenden wird der Gallustag als Kirchweihfest gefeiert. In Rüdesheim z. B. gibt es heute noch den Gallusmarkt mit mittelalterlichen Ritterspielen, Handwerkern, Gauklern und Händlern. Diese prächtigen Märkte waren schon zur Zeit der Staufer abgehalten worden.

In vielen Regionen gibt es im Oktober Kartoffelfeste und Kartoffelmärkte, weil die Kartoffelernte eingefahren wird. Früher war es der Lukastag, der 18. Oktober, an dem die letzten Kartoffeln eingesammelt wurden. Auf den Kartoffelfeldern wurden die Reste des Laubs verbrannt und die Erntehelfer haben dann in diesem Feuer die frisch ausgegrabenen Kartoffeln gebacken.


Wilhelm Morgner 1910

Der 31.Oktober – Reformationstag

Im Gedenken an den Mönch Martin Luther, der am Tag vor Allerheiligen, 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen in lateinischer Sprache, zu Ablass und Buße, angeschlagen hatte, um eine akademische Disputation herbeizuführen. Damit leitete er die Reformation der Kirche ein. Zunächst wurden Luthers Geburts- und Todestag als Gedenktage gefeiert. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte 1667 den 31. Oktober als Feiertag fest, der sich dann in den meisten Ländern durchsetzte.


Thumann1872-73

Der 31. Oktober – Halloween

Angeblich ist Halloween ein Fest keltischen Ursprungs. Es soll sich um das zweit wichtigste Fest der Kelten, neben dem Frühjahrsfest Beltane, gehandelt haben aber es ist nicht bewiesen, dass es eine Verbindung zum keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes „Samhain“ gibt. Der älteste, wenn auch unsichere Hinweis auf das Samhain-Fest stammt aus dem Kalender von Coligny, aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Samhain wird auf ein Fest des Sommerendes hingewiesen (keltisch samos, gälisch samhuinn für „Sommer“), oder auf das irogälische Wort für Versammlung, samain. Ein Totengott Samhain ist historisch nicht nachgewiesen. Erst in späten mittelalterlichen Schriften wird ein Bezug auf Gebräuche der Kelten zum Totenreich hingewiesen. Begangen wurde das Fest auf Hügeln mit Freudenfeuern (engl. „bonefires“), was wörtlich „Knochenfeuer“ bedeutet. Es deutet auf das Verbrennen von Knochen des Schlachtviehs hin. Das Verkleiden diente der Vertreibung böser Geister. Auch „Knochenlesen“, Wahrsagerei war üblich gewesen.

Bauernregeln

Im Oktober Sturm und Wind, uns den frühen Winter kündt.
Warmer Oktober bringt fürwahr, stets einen kalten Februar.
Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.
Schneit’s im Oktober gleich, wird der Winter weich.

1. Oktober: St. Remigius
Regen an Sankt Remigius bringt den ganzen Monat Verdruss.

2. Oktober: St. Leodegard
Laubfall an Sankt Leodegar, kündigt an ein fruchtbar Jahr.

6. Oktober: St. Bruno
Sankt Bruno, der Kartäuser, lässt die Fliegen in die Häuser.

9. Oktober: St. Dionysius
Regnets’s an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiss.

14. Oktober: St. Burkhard
Sankt Burkhard Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.

15. Oktober: St. Theresa
Zu Theres‘ beginnt die Weinles‘.

16. Oktober: St. Hedwig und St. Gallus
Sankt Hedwig und Sankt Gall‘ machen das Schneewetter all‘.
Gießt Sankt Gallus wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass; ist der trocken folgt vom Sommer noch ein Brocken.
An Sankt Hedwig und Sankt Gall schweigt der Vögel Schall.

18. Oktober: St. Lukas
Wer an Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut.

20. Oktober: St. Wendelin
Sankt Wendelin, verlass uns nie, schirm unsern Stall, schütz unser Vieh.

21. Oktober: St. Ursula
Zu Ursula muss das Kraut herein, sonst wird’s noch lange draußen sein.

Lacht Ursula mit Sonnenschein, wird wenig Schnee vorm Christfest sein.

23. Oktober: St. Severin
Wenn’s Sankt Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält‘.

25. Oktober: St. Crispinus und St. Crispnianus
Mit Crispin sind alle Fliegen hin.

26. Oktober: St. Albin
Warmer Sankt Albin bringt fürwahr stets einen kalten Januar.

28. Oktober: Apostel Simon und Apostel Judas
Ist’s an Judas hell und klar, gibt’s Regen erst an Cäcilia (22. November).
Bevor du Simon und auch Judas schaust, pflanze Bäume, schneide Kraut.

31. Oktober: St. Wolfgang
Sankt Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voll Segen.



Oktoberlied
Theodor Storm

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz, –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenkt ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen.

Ich wünsche ALLEN meinen
Freunden und Lesern
einen wunderschönen und harmonischen
„Goldenen Oktober“.
Nimmt die letzten Sonnenstrahlen
mit in die etwas dunklere
Jahreszeit.
Vielleicht lässt der eine oder andere auch mal
einen bunten Drachen steigen.
Auf jeden Fall lasst Euch nicht das
Feuerwerk der Farben
entgehen!

Liebe Grüße
Gabriele

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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