Auf gehts in die Blogpause!

Ab ins Wochenende ...

Wenn es droht,
hektisch zu werden,
dann ist es gut,
eine kleine Pause einzulegen
und sich was Gutes tun.

Ich wünsche ALLEN meinen
Freunden und Lesern
eine schöne Sommerzeit.

Und … bleibt gesund!

Eure Gabriele

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GEDICHTE: Aus: Der Wildschütz oder – Die Stimme der Natur, August von Kotzebue (1761 – 1819)

Landschaft - landscape

Bin ein schlichtes Kind vom Lande,
Mein Palast auf grüner Flur
Jene Hütt‘ am Wiesenrande,
Meine Amme die Natur.
Freue mich inniglich,
Wenn die muntern Herden treiben
Auf der Berge luft’gen Höh’n;
Auf dem Lande will ich bleiben,
Auf dem Lande ist’s so schön!

Hörte viel vom Glanz der Städte,
Wo man lebt in Saus und Braus;
Doch die Sittsamkeit, ich wette,
Ist nur spärlich dort zu Haus.
Ach, davon viele schon
Konnten nicht genug beschreiben!
Nein, ich mag die Stadt nicht sehn.
Auf dem Lande will ich bleiben,
Auf dem Lande ist’s so schön!

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GEDICHTE: Der Minister, Robert Eduard Prutz (1816 – 1872), deutscher Publizist, Lyriker und Romancier

Lesen bildet ...

Alles um des Volkes willen!
seht, ich lache selbst im stillen
dieser Bibeln und Postillen
und daß man so gläubig ist:
Ich, für mich, bin Atheist!
Doch das Volk, das Volk muß glauben!
Glauben heißt der Talisman,
dem die Erde untertan:
Wir die Adler, sie die Tauben!
Und das Volk, das Volk muß glauben,
glauben – oder doch so tun.

Täglich in die Kirche laufen,
himmlische Traktätchen kaufen
und mit Jordanwasser taufen,
samt dem christlichen Verein –
Nun, für mich sind’s Faselein.
Doch das Volk, das Volk muß beten!
Denkt, o denkt nur den Skandal,
wenn die Bürger auch einmal
gottlos, wie der Adel täten!
Nein, das Volk, das Volk muß beten,
beten – oder doch so tun.

Ja, wenn ich es recht ermesse,
kann vielleicht sogar die Presse
für Beamte und Noblesse
schon ein wenig freier sein.
Aber für die andern? Nein!
Nein fürwahr, das Volk muß schweigen.
Wer gehorchen will, sei stumm;
schweigend wird das Publikum
stets sich am loyalsten zeigen:
Drum das Volk, das Volk muß schweigen,
schweigen – oder doch so tun.

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GEDICHTE: Der Zauberstab des Dichters; aus Ritter Blaubart. Ludwig Tieck (1773 – 1853)

Zwerg

Der Zauberstab des Dichters schließt uns oft
Die fernsten, wundervollsten Welten auf,
Und trunken kehrt der Blick aus Sonnenschein
Aus fremden Blumen, schöngeformten Bäumen
Und Kriegen, Schlachten zu uns selbst zurück.
Doch fernab, heimlich im Gebüsch versteckt,
Liegt eine alte Grotte, lange nicht
Geöffnet, kaum ist noch die Tür zu kennen.
So dick von Efeu alles überwachsen,
Und wilde Nelken hängen rot herüber,
Und drinnen hört man seltsam leise Töne,
Die manchmal toben und dann musikalisch
Verhallen, wie gefangne Tiere winseln. –
Es ist der Kindheit zauberreiche Grotte,
In der der Schreck und liebe Albernheit
Verschlungen sitzen, dem, der nähertritt,
Ein altes Lied im leisen Tone summen.
Vergönnt dem Dichter, diese Tür zu öffnen,
Hört gerne zu dem lispelnden Gesang,
Der sich in wilden dunkeln Blumen wiegt.
Seht, wie mit Steinen und mit Muschelwerk
Die Wand ein eigensinn’ger Fleiß geputzt,
Wie Schatten auf- und abwärts schweben, laßt
Durch Traumgestalten euch ergötzen, stört
Mit hartem Ernste nicht die Gaukelnden.

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GEDICHTE: Fluch an die Gelegenheit, Johann Gottfried von Herder (1744 – 1803)

Geselligkeit mit Freunden

Gelegenheit!
Du Mutter jeder Albernheit!
Wie viele Weisen wurden Thoren,
Wie viele Plane schnell geboren
Und schneller noch durch Dich zerstreut!
Die Tugend, die wir ausgeübet,
Der Fehler, den wir oft geliebet,
Ist unser? Nein, ist Dein, o Zeit,
Gelegenheit!

Gelegenheit!
Dir dank‘ ich meine Trunkenheit!
Den Wein, wie hatt‘ ich ihn verschworen!
Wie leicht hab‘ ich den Schwur verloren,
Und ohn‘ daß ein Tyrann gedräut!
Ich sah den Wein im Glase blinken,
Und immer wuchs der Durst im Trinken;
Ich trank, ward trunken und erfreut;
Gelegenheit!

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GEDICHTE: Ich lobe mir die Albernheit, Franz Grillparzer (1791 – 1872)

Ich lobe mir die Albernheit,
Will sagen: die gesunde,
Sie liegt, fast wie der Stoff dem Kleid,
Selbst unserm Geist zugrunde,

Sie glaubt, was eben jeder glaubt,
Sie denkt, was alle denken,
Sie tut, was jedermann erlaubt,
Kein Zweifel wird sie kränken.

So lebt sie einfach, schlicht und still,
Nicht streitig und nicht wählig,
Und wenn der Tod nun kommen will,
Wird etwa gar sie selig.

Allein usw.

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GEDICHTE: Sprüche der Albernheit, Ludwig Eichrodt (1827 – 1892)

Liebevolle Freunde

Hüte dich vor Hund und Katzen,
Hüte dich vor Laus und Floh,
Denn die einen können kratzen,
Und die andern beißen froh.
Darum selber thu‘ dich kratzen
Darum leb wie Laus‘ und Floh,
Aber nicht wie Hund und Katzen,
Laus und Hund und Katzen kratzen
Und zu hüten ist der Floh,
Willst du sein des Lebens froh.

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GEDICHTE: Das Schicksal ist ganz einem Buchhändler gleich, Friedrich Kaiser (1814 – 1874)

"Im Herzen bewahrt aber nicht vergessen."

Das Schicksal ist ganz einem Buchhändler gleich,
Papier sind die Menschen – sein s‘ arm oder reich;
Sie sind leere Blätter bei ihrem Entstehn,
’s ist anfangs die Farb‘ nur der Unschuld zu sehn;
Die erste Erziehung ist das Manuskript,
Die schon dem Papiere Bedeutsamkeit gibt,
Dann kommt es zum Buchhändler Schicksal ins Haus,
Sein Druck macht erst fertige Bücher daraus.

Die geistreichsten Menschen gehn oft so herum,
Kein Mensch auf der Welt aber kümmert sich drum,
So gibt es auch Schriften, die sehr geistreich sind,
Wozu grad‘ deshalb kein Verleger sich find’t;
Das dümmste Zeug prachtvoll oft aufgelegt wird;
Im Franzband, mit Goldschnitt dazu noch verziert,
So auch mancher Mensch, des Verstandes ganz bar,
Steigt herum illustriert als ein Prachtexemplar.

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GEDICHTE: Fortuna, Heinrich Heine (1797 – 1856)

Frau Fortuna, ganz umsunst
Tust du spröde! deine Gunst
Weiß ich mir, durch Kampf und Ringen,
Zu erbeuten, zu erzwingen.

Überwältigt wirst du doch,
Und ich spanne dich ins Joch,
Und du streckst am End‘ die Waffen –
Aber meine Wunden klaffen.

Es verströmt mein rotes Blut,
Und der schöne Lebensmut
Will erlöschen; ich erliege
Und ich sterbe nach dem Siege.

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GEDICHTE: Die Lerchen, Robert Hamerling (1830 – 1889)

Feldlerche

Es ziehen die Wolken,
Es wandern die Sterne,
Es schweben die Lerchen
In goldiger Ferne;
An himmlischer Pforte,
Beseligten Drang’s,
Erlauschen sie Worte
Seraphischen Klang’s.

Die Lerche fliegt nieder
Aus himmlischen Höhen,
Und was sie gehöret,
Und was sie gesehen,
Das will sie verkünden
Den Blumen im Thal,
Den Wassern, den Winden,
Mit lieblichem Schall.

Die Blumen, die Winde,
Die Wellen, sie flüstern,
Erzählen’s geschwinde
Viel trauten Geschwistern:
Der Mensch geht vorüber
Und lauschet und glüht,
Und fasst es in Worte,
Das himmlische Lied.

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GEDICHTE: In mein gar zu dunkles Leben, Heinrich Heine (1797 – 1856)

 

In mein gar zu dunkles Leben
Strahlte einst ein süßes Bild;
Nun das süße Bild erblichen,
Bin ich gänzlich nachtumhüllt.

Wenn die Kinder sind im Dunkeln
Wird beklommen ihr Gemüt,
Und um ihre Angst zu bannen,
Singen sie ein lautes Lied.

Ich, ein tolles Kind, ich singe
Jetzo in der Dunkelheit;
Klingt das Lied auch nicht ergötzlich,
Hat’s mich doch von Angst befreit.

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GEDICHTE: Kornrauschen, Ferdinand Avenarius (1856 – 1923)

Bist du wohl im Kornfeld schon gegangen,
wenn die vollen Ähren überhangen,
durch die schmale Gasse dann inmitten
schlanker Flüsterhalme hingeschritten?
Zwang dich nicht das heimelige Rauschen,
stehn zu bleiben und darein zu lauschen?
Rauscht es nicht von fernem Sichelklang?
Sang es drinnen nicht von Schnittersang?
Hörtest nicht den Wind auf fernen Höhn
lustig sausend du die Flügel drehn?
Hörtest nicht die Wasser aus den kühlen
Tälern singen du von Rädermühlen?
Nun im Korn sich Traum mit Traum verwebt,
leise nun verhallt’s da und verschwebt
in ein fein Gesumm von Orgelklingen,
drein ihr Danklied die Gemeinden singen.

Rückt die Sonne rot der Erde zu,
wird im Korne immer tiefre Ruh,
und der liebe Wind hat’s eingewiegt,
wenn die Mondnacht schimmernd drüber liegt,
wie von warmem Brot ein lauer duft
zieht mit würzgen Wellen durch die Luft.

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GEDICHTE: Der Morgen, Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)

Fliegt der erste Morgenstrahl
Durch das stille Nebeltal,
Rauscht erwachend Wald und Hügel:
Wer da fliegen kann, nimmt Flügel!

Und sein Hütlein in die Luft
Wirft der Mensch vor Lust und ruft:
Hat Gesang doch auch noch Schwingen,
Nun, so will ich fröhlich singen!

Hinaus, o Mensch, weit in die Welt,
Bangt dir das Herz in krankem Mut;
Nichts ist so trüb in Nacht gestellt,
Der Morgen leicht macht’s wieder gut.

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GEDICHTE: Nur wer die Sehnsucht kennt, Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Fantasy ...

Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh‘ ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! Der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!

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GEDICHTE: Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Fantasie...

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein,
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

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GEDICHTE: Ungeduld, Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

 

Bild - picture

Immer wieder in die Weite,
Über Länder an das Meer,
Phantasien, in der Breite
Schwebt am Ufer hin und her!
Neu ist immer die Erfahrung:
Immer ist dem Herzen bang,
Schmerzen sind der Jugend Nahrung,
Tränen seliger Lobgesang.

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GEDICHTE: Weg im Nebel, Maria Luise Weissmann (1899 – 1929)

Nun wird die Spur der Füße langsam ungetan,
Und aus der Tiefe, aus der tiefen Tiefe steigt
Das Trübe, schwadengrauer Nebel himmelan.

Nun wird der Augen-Aufblick langsam leer,
Und aus der Höhe, aus der hohen Höhe neigt
Die Wolke sich, sinkt Nebel erdwärts schwer.

Nun drängt zu dem verwandten Un-Gesicht
Das Wesenlose aus den fahlen Gründen
Und hebt sich sehnend ins versäumte Licht.

Nun flieht, was war: es fliehen Busch und Baum,
Flieh’n Berg und Tal, die sich zur Flucht verbünden,
Es fliehst du, Herz. Es floh’n die Zeit, der Raum.

Land wurde Meer. Meer wurde schwälend Schaum.
Ihn schlürft, sich fröstelnd zu entzünden,
Das ungelebte Leben und der ungeträumte Traum.

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GEDICHTE: Die erste Nacht, Isolde Kurz

Why?

Jetzt kommt die Nacht, die erste Nacht im Grab.
O, wo ist aller Glanz, der dich umgab?
In kalter Erde ist dein Bett gemacht.
Wie wirst du schlummern diese Nacht?

Vom letzten Regen ist dein Kissen feucht,
Nachtvögel schrein, vom Wind emporgescheucht,
kein Lämpchen brennt dir mehr, nur kalt und fahl
spielt auf der Schlummerstatt der Mondenstrahl.

Die Stunden schleichen – schläfst du bis zum Tag?
Horchst du wie ich auf jeden Glockenschlag?
Wie kann ich ruhn und schlummern kurze Frist,
wenn du, mein Lieb, so schlecht gebettet bist?

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GEDICHTE: Liebesblüte der Natur, Friedrich Rückert (1788 – 1866)

Schneerose

Liebesblüte der Natur,
Schönste Blume dieser Flur!
Wo ich suche deine Spur,
Find’ ich meine Thränen nur.

Meine Thränen find’ ich nur
Und die Trauer der Natur,
Daß die Blume dieser Flur
Weggegangen ohne Spur.

Weggegangen ohne Spur!
Nach dir bleibt mein Seufzer nur,
Und ein Schauer der Natur,
Machend Herbst auf Sommerflur.

Mach, o Herbst, auf Sommerflur,
Sichtbar jede Todesspur!
Denn ein Schmuck des Todes nur
Ist die Blüte der Natur.

Liebesblüte der Natur!
Auf der Flur
Deine Spur sind Thränen nur.

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GEDICHTE: Du schlank und rein wie eine flamme…, Stefan George (1868-1933)

In den Dünen

Du schlank und rein wie eine flamme
Du wie der morgen zart und licht
Du blühend reis vom edlen stamme
Du wie ein quell geheim und schlicht

Begleitest mich auf sonnigen matten
Umschauerst mich im abendrauch
Erleuchtest meinen weg im schatten
Du kühler wind du heisser hauch

Du bist mein wunsch und mein gedanke
Ich atme dich mit jeder luft
Ich schlürfe dich mit jedem tranke
Ich küsse dich mit jedem duft

Du blühend reis vom edlen stamme
Du wie ein quell geheim und schlicht
Du schlank und rein wie eine flamme
Du wie der morgen zart und licht.

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