FROHE UND GESEGNETE OSTERN …

Happy Easter, Frohe Ostern

ALLEN
meinen Freunden und Lesern
wünsche ich ein fröhliches,
gesegnetes Osterfest!

Liebe Grüße
Gabriele

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GEDICHTE: Ostersamstag, Christian Wagner (1835-1918)

H.Maria

Wie die Frauen
Zions wohl dereinst beim matten Grauen
Jenes Trauertags beisammen standen,
Worte nicht mehr, nur noch Tränen fanden;

So noch heute,
Stehen als in ferne Zeit verstreute
Bleiche Zionstöchter, Anemonen,
In des Nordens winterlichen Zonen:

Vom Gewimmel
Dichter Flocken ist er trüb der Himmel;
Traurig stehen sie die Köpfchen hängend,
Und in Gruppen sich zusammendrängend.

Also einsam,
Zehn und zwölfe hier so leidgemeinsam,
Da und dort verstreut auf grauer Öde,
Weisse Tüchlein aufgebunden Jede.

Also trauernd,
Innerlich vor Frost zusammenschauernd,
Stehn alljährlich sie als Klagebildnis,
In des winterlichen Waldes Wildnis.

Du Erdenelend aber sollst nicht düstern
Mit deinen rohen tückischen Geschwistern
Die Tempelburgen hoher Gottesstirnen
Der Erdgehügel diamantne Firnen.

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GEDICHTE: Kreuz-Hymnus, Venantius Fortunatus ( ca. nach 600)

Psalm 139

Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleich,
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch.

Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz muß tragen
eine königliche Last,
gib den Gliedern deines Schöpfers
an dem Stamme linde Rast.

Du allein warst wert, zu tragen
aller Sünden Lösegeld,
du, die Planke, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.
Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit. Amen

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GEDICHTE: Ölbaumgarten, Rainer Maria Rilke (1875-1926)

ER weidet seine Schafe....

Er ging hinauf unter dem grauen Laub
ganz grau und aufgelöst im Ölgelände
und legte seine Stirne voller Staub
tief in das Staubigsein der heißen Hände.

Nach allem dies. Und dieses war der Schluß..
Jetzt soll ich gehen, während ich erblinde,
und warum willst Du, daß ich sagen muß
Du seist, wenn ich Dich selber nicht mehr finde.

Ich finde Dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.
Nicht in den andern. Nicht in diesem Stein.
Ich finde Dich nicht mehr. Ich bin allein.

Ich bin allein mit aller Menschen Gram,
den ich durch Dich zu lindern unternahm,
der Du nicht bist. O namenlose Scham…
Später erzählte man: ein Engel kam.

Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht
und blätterte gleichgültig in den Bäumen.
Die Jünger rührten sich in ihren Träumen.
Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht.

Die Nacht, die kam, war keine ungemeine;
so gehen hunderte vorbei.
Da schlafen Hunde und da liegen Steine.
Ach eine traurige, ach irgendeine,
die wartet, bis es wieder Morgen sei.

Denn Engel kommen nicht zu solchen Betern,
und Nächte werden nicht um solche groß.
Die Sich-Verlierenden läßt alles los,
und sie sind preisgegeben von den Vätern
und ausgeschlossen aus der Mütter Schooß..

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GEDICHTE: Charwoche, Eduard Mörike (1804-1875)

Engel mit Osterbotschaft

O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde!
du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne,
du bretest imverjüngten Strahl der Sonne
des Kreuzes Schatten auf die lichte Erde,

und senkest schweigend deine Flöre nieder;
der Frühling darf indessen immer keimen,
das Veilchen duftet unter Blüthenbäumen
und alle Vöglein singen Jubellieder.

O schweigt, ihr Vöglein auf den grünen Auen!
es hallen rings die dumpfen Glockenklänge,
die Engel singen leise Grabgesänge;
o still, ihr Vöglein hoch im Himmelblauen!

Ihr Veilchen, kränzt heut keine Lockenhaare!
Euch pflückt mein frommes Kind zum dunklen Strausse,
ihr wandert mit zum Muttergotteshause,
da sollt ihr welken auf des Herrn Altare.

Ach dort, von Trauermelodien trunken,
und süß betäubt von schweren Weihrauchdüften,
sucht sie den Bräutigam in Todesgrüften,
und Lieb‘ und Frühling, alles ist versunken!

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GEDICHTE: Die Sonne geht im Osten auf, Christian Morgenstern (1871-1914)

 

Happy Easter, Frohe Ostern

Die Sonne geht im Osten auf,
der Osterhas` beginnt den Lauf.
Um seinen Korb voll Eier sitzen
drei Häslein, die die Ohren spitzen.
Der Osterhas` bringt just ein Ei –
da fliegt ein Schmetterling herbei.
Dahinter strahlt das blaue Meer
mit Sandstrand vorne und umher.
Der Osterhas` ist eben fertig –
das Kurtchen auch schon gegenwärtig!
Nesthäkchen findet – eins, zwei, drei,
ein rot`, ein blau`, ein lila Ei.
Ein Ei in jedem Blumenkelche!
Seht, seht, selbst hier,
selbst dort sind welche!
Ermüdet leicht im Morgenschein
schlief Kurtchen auf der Wiese ein.
Die Glocken läuten bim, bam, baum
und Kurtchen lächelt zart im Traum.
Di di didl dum dei,
wir tanzen mit unsern Hasen
umfasst, zwei und zwei,
auf schönem, grünen Rasen.

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GEDICHTE: Das Häslein, Christian Morgenstern (1871-1914)

Sent of Hydrangea  Yana Movchan

Unterm Schirme, tief im Tann,
hab ich heut gelegen,
durch die schweren Zweige rann
reicher Sommerregen.

Plötzlich rauscht das nasse Gras –
stille! Nicht gemuckt!
Mir zur Seite duckt
sich ein junger Has.

Dummes Häschen,
bist du blind?
Hat dein Näschen
keinen Wind?

Doch das Häschen, unbewegt,
nutzt, was ihm beschieden,
Ohren, weit zurückgelegt,
Miene, schlau zufrieden.

Ohne Atem lieg ich fast,
lass die Mücken sitzen;
still besieht mein kleiner Gast
meine Stiefelspitzen…

Um uns beide – tropf – tropf – tropf
traut eintönig Rauschen…
Auf dem Schirmdach – klopf – klopf – klopf…
Und wir lauschen… lauschen…

Wunderwürzig kommt ein Duft
durch den Wald geflogen;
Häschen schnuppert in die Luft,
fühlt sich fortgezogen;

Schiebt gemächlich seitwärts, macht
Männchen aller Ecken…
Herzlich hab ich aufgelacht
Ei, der wilde Schrecken!

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GEDICHTE: Sonntag Palmarum, Hermann Löns (1866-1914)

Weiße Lilien

Heute ist Sonntag Palmarum,
Der Wald ist voll Sonnenschein,
Ich bat dich, du möchtest kommen,
Du sagtest, es könne nicht sein.

Mit goldenen Palmen prangen
Die Büsche am Waldesrand,
Mit ängstlichem Herzen ich wartend
Unter der Saalweide stand.

Mir blühte nicht die Weide,
Kein Vogel ein Lied mir sang,
Ich sah mit traurigen Augen
Den sonnigen Weg entlang.

Nun bist du doch gekommen,
Liebste, ich wußte es ja,
Goldgelb blühen die Weiden,
Sonntag Palmarum ist da.

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GEDICHTE: Ich, Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)

Lady

Die Ehre hat mich nie gesucht;
Sie hätte mich auch nie gefunden.
Wählt man, in zugezählten Stunden,
Ein prächtig Feierkleid zur Flucht?

Auch Schätze hab ich nie begehrt.
Was hilft es sie auf kurzen Wegen
Für Diebe mehr als sich zu hegen,
Wo man das wenigste verzehrt?

Wie lange währt’s, so bin ich hin,
Und einer Nachwelt untern Füßen?
Was braucht sie wen sie tritt zu wissen?
Weiß ich nur, wer ich bin.

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GEDICHT: Blues, Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Abenddämmerung am See.

Wenn du nicht froh kannst denken,
Obwohl nichts Hartes dich bedrückt,
Sollst du ein Blümchen verschenken,
Aufs Geratewohl von dir gepflückt.

Irgendein staubiger, gelber, –
Sei’s Hahnenfuß – vom Wegesrand.
Und schenke das Blümchen dir selber
Aus linker Hand an die rechte Hand.

Und mache dir eine Verbeugung
Im Spiegel und sage: »Du,
Ich bin der Überzeugung,
Dir setzt man einzig schrecklich zu.
Wie wär’s, wenn du jetzt mal sachlich
Fleißig einfach arbeiten tätst?
Später prahle nicht und jetzt lach nicht,
Dass du nicht in Übermut gerätst.

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GEDICHT: Es äfft dich nur dies Rennen, Traben, Theodor Fontane (1819-1898)

Garden idyll. Gartenidylle.

Es äfft dich nur dies Rennen, Traben
Nach golden mußevoller Zeit,
Wenn du die Ruhe glaubst zu haben,
Dann eben ist sie doppelt weit.

Auf weichem Pfühl, auf samtnen Kissen,
Wenn du sie hältst, wenn du sie hast,
Wirst du die Holde mehr vermissen
Als in des Tages Druck und Last.

All Labsal, was uns hier beschieden,
Fällt nur in Kampf und Streit uns zu,
Nur in der Arbeit wohnt der Frieden,
Und in der Mühe wohnt die Ruh.

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GEDICHT: Die Schatzgräber, Gottfried August Bürger (1747-1794)

 

Der Weinberg

Ein Winzer, der am Tode lag,
Rief seine Kinder an und sprach:
»In unserm Weinberg liegt ein Schatz,
Grabt nur darnach!« – »An welchem Platz?« –
Schrie alles laut den Vater an.
»Grabt nur!« – O weh! da starb der Mann.

Kaum war der Alte beigeschafft,
So grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
Der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
Man warf die Erde gar durchs Sieb,
Und zog die Harken kreuz und quer
Nach jedem Steinchen hin und her.
Allein da ward kein Schatz verspürt
Und jeder hielt sich angeführt.

Doch kaum erschien das nächste Jahr,
So nahm man mit Erstaunen wahr,
Dass jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug,
Und gruben nun Jahr ein Jahr aus
Des Schatzes immer mehr heraus.

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GEDICHTE: Nie stille steht die Zeit…, Friedrich Rückert (1788-1866)

engel

Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt,
Und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt.
Und du auch stehst nie still, der gleiche bist du nimmer,
Und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer.
Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet,
Weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.

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GEDICHTE: Welt-Klugheit, Friedrich Nietzsche (1844-1900)

 

Bleib nicht auf ebnem Feld!
Steig nicht zu hoch hinaus!
Am schönsten sieht die Welt
Von halber Höhe aus.

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GEDICHT: Ein Stückchen Sonntag, Fred Endrikat (1890-1942)

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Hat man bei der Arbeit eine Pause eingeschaltet,
halten die Gedanken eine kleine Weile Rast.
Sieht ganz nebenbei, indem man seine Hände faltet,
durch das Fenster einen Vogel drüben auf dem Ast.

Wie durch dichten Nebel hört man die Fabriksirene.
Sie erinnert an das Meer, an eine ferne Zeit.
Man durchträumt aus vielen Jahren das erlebte Schöne
in den wenigen Minuten der Beschaulichkeit.

Auf dem Hofe spielen, munter lachend, kleine Mädchen.
Durch das Fenster blickt ein heller, zukunftsreicher Schein.
In der Pause webt, gleich einem zarten Silberfädchen,
sich ein Stückchen Sonntag in den grauen Alltag ein.

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GEDICHTE: Die Schwalben schossen vorüber tief dir zu Füßen, Max Dauthendey (1867-1918)

Schwalbe und Rosen

Die Schwalben schossen vorüber tief dir zu Füßen,
Als sei ihr Flug ihr Zeichen tief dich zu grüßen.
Oft dünkten die Vögel am Himmel mich mehr klug
Wie mancher, den ich nach Wegen der Erde frug.
Schwalben, die früh bis spät in Freiheit schwammen,
Die halten sich in Liebe eng zusammen.
Sie bauen ihr Nest warm wie der Mensch sein Dach.
Sie fliegen von früh bis spät begeistert wach
Und eilen stets hurtig dem Weg ihres Herzens nach.

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GEDICHTE: Wer zwingen will…, Friedrich Rückert (1788-1866)

Beautiful day ...

Wer zwingen will die Zeit,
den wird sie selber zwingen;
Wer sie gewähren lässt,
dem wird sie Rosen bringen.

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GEDICHTE: Wenn es dir übel geht…, Friedrich Rückert (1788-1866)

Glanzbilder - Victorian Die Cut - Victorian Scrap - Tube Victorienne - Glansbilleder - Plaatjes : Jan. 2015 - Rosen

Wenn es dir übel geht,
nimm es für gut nur immer;
wenn du es übel nimmst,
so geht es dir noch schlimmer.

Und wenn der Freund dich kränkt,
verzeih’s ihm und versteh:
Es ist ihm selbst nicht wohl,
sonst tät er dir nicht weh.

Und kränkt die Liebe dich,
sei dir’s zur Lieb ein Sporn;
dass du die Rose hast,
das merkst du erst am Dorn.

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GEDICHT: Anfangen immer…, Julius Sturm (1816-1896)

Eine Axt

Anfangen immer und niemals vollenden,
heißt Zeit und Kraft als Tor zu verschwenden.
Der Weise erwägt erst seine Kraft,
bevor er etwas beginnt und schafft.

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GEDICHT: Arbeit und Faulheit, Christian Wernicke (1661-1725)

Bauern bei der Arbeit

Es kann kein weiser Mann ein Feind der Arbeit sein,
Denn was das Reichtum macht, ist auch der Stärke Grund:
Die Faulheit macht uns nicht allein
Bedürftig; sondern ungesund.

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