Nutzen…, Johann Wolfgang von Goethe

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M. Großmann / pixelio.de

Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis,
Wenn man ihn wohl zu pflegen weiß.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Wenn das Feuer
den Topfboden durchgebrannt hat,
weißt du,
was Armut ist.

aus China

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Vorfrühling – Otto Julius Bierbaum

Ulrich Velten / pixelio.de

Sieh da: Die Weide schon im Silberpelz,
Die Birken glänzen, ob auch ohne Laub,
In einem Lichte, das wie Frühling ist.
Der blaue Himmel zeigt türkisenblau
Ganz schmale Streifen, und ich weiß, das ist
Des jungen Jahres erster Farbenklang,
Die ferne Flöte der Beruhigung:
Die Liebe hat die Flügel schon gespannt,
Sie naht gelassenen Flügels himmelher,
Bald wird die Erde bräutlich heiter sein.
Nun Herz, sei wach und halte dich bereit
Dem holden Gaste, der mit Blumen kommt
Und Liebe atmet, wie die Blume Duft.
Sei wach und glaube: Liebe kommt zu dir,
Wenn du nur recht ergeben und getrost
Dich auftust wie ein Frühlingsblumenkelch.

Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

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Tagesaufgaben…, Johann Wolfgang von Goethe

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Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Aber wenn der Tag die Welt
Wieder auf die Füße stellt,
Schwerlich möcht‘ er dir’s erfüllen
Mit der Frühe bestem Willen;
Zu Mittag schon wandelt sich
Morgentraum gar wunderlich.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Wer nie einmal betrogen wurde,
kann kein Kenner von Geschäften werden.

aus China

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Vorfrühling – Ernst Blass

Susanne Schmich / pixelio.de

Es sind schon wieder Mädchen in dem Park.
Hellblauer Himmel streicht gleich einer Hand
Über dein Angesicht. Die Luft hat Mark.
Nachmittag ist im schon beschenkten Land.
Die Vögel machen flatternden Radau.
Der Ärger, vormittags, war er so arg?
Du fühlst die Luft nahrhaft und schwingend stark –
Zuweilen nur ist sie ein bisschen rau.
Was man nicht konnt’ den ganzen Winter lang:
Im Freien sitzen, viel, auf einer Bank,
Das kann man wieder, o der Luft sei Dank.
Man kann die ganze Stadt hier übersehn.
Links ist der Sonne Abenduntergehn,
Rechts kühne Wolken, die nach Westen wehn.

Ernst Blass (1890-1939)

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Nebenher deinen Weg zu gehn…, Johann Wolfgang von Goethe

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hmathes / pixelio.de

In keiner Gilde kann man sein,
Man wisse denn zu schultern fein;
Das, was sie lieben, was sie hassen,
Das muss man eben geschehen lassen;
Das, was sie wissen, lässt man gelten,
Was sie nicht wissen, muss man schelten,
Althergebrachtes weiter führen,
Das Neue klüglich retardieren;
Dann werden sie dir zugestehn,
Auch nebenher deinen Weg zu gehn.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Keine Anklageschrift
kommt ohne Lüge aus.

aus China

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Vom Eise befreit sind Strom und Bäche – Johann Wolfgang von Goethe

Joujou / pixelio.de

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes:
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behänd sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss, in Breit‘ und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein.
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Farbenreich…, Johann Wolfgang von Goethe

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BirgitH / pixelio.de

Einheit ewigen Lichts zu spalten,
Müssen wir für törig halten,
Wenn euch Irrtum schon genügt.
Hell und Dunkel, Licht und Schatten,
Weiß man klüglich sie zu gatten,
Ist das Farbenreich besiegt.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Viele Kinder sind das Leid der Mutter.

aus China

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Vorfrühling – Rainer Maria Rilke

Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

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Trage dein Übel, wie du magst…, Johann Wolfgang von Goethe

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Angelika Wolter / pixelio.de

Trage dein Übel, wie du magst,
Klage niemand dein Missgeschick;
Wie du dem Freunde ein Unglück klagst,
Gibt er dir gleich ein Dutzend zurück!

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Ein Mastschwein
muss nicht schöne Augen machen.

aus China

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Vorfrühling – Hugo von Hofmannsthal

Uwe Wagschal / pixelio.de

Es läuft der Frühlingswind
Durch kahle Alleen,
Seltsame Dinge sind
In seinem Wehn.

Er hat sich gewiegt,
Wo Weinen war,
Und hat sich geschmiegt
In zerrüttetes Haar.

Er schüttelte nieder
Akazienblüten
Und kühlte die Glieder,
Die atmend glühten.

Lippen im Lachen
Hat er berührt,
Die weichen und wachen
Fluren durchspürt.

Er glitt durch die Flöte
Als schluchzender Schrei,
An dämmernder Röte
Flog er vorbei.

Er flog mit Schweigen
Durch flüsternde Zimmer
Und löschte im Neigen
Der Ampel Schimmer.

Es läuft der Frühlingswind
Durch kahle Alleen,
Seltsame Dinge sind
In seinem Wehn.

Durch die glatten
Kahlen Alleen
Treibt sein Wehn
Blasse Schatten.

Und den Duft,
Den er gebracht,
Von wo er gekommen
Seit gestern nacht.

Hugo von Hofmannsthal 1874-1929

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Sorgen…, Johann Wolfgang von Goethe

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Udo Altmann / pixelio.de

Wie im Auge mit fliegenden Mücken,
So ist’s mit Sorgen ganz genau:
Wenn wir in die schöne Welt hineinblicken,
Da schwebt ein Spinnewebengrau;
Es überzieht nicht, es zeiht nur vorüber,
Das Bild ist gestört, wenn nur nicht trüber;
Die klare Welt bleibt klare Welt:
Im Auge nur ist’s schlecht bestellt.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Als Soldat
fürchte dich nicht vor dem Tod,
als Bauer
fürchte dich nicht vor dem Dung.

aus China

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Frühlingsahnen – Ludwig Thoma

Peter Freitag / pixelio.de

Wohlig merken unsre Sinne
Nun den Frühling allgemach,
Denn es trauft aus jeder Rinne,
Und es tropft von jedem Dach.
Leise regt sich im Theater
Dieser Welt ein Liebeston;
Nächtens schreien viele Kater,
Und der Hase rammelt schon.
So auch uns ergreift die Glieder
Wundersame Lebenskraft;
Selbst solide Seifensieder
Fühlen ihren Knospensaft.
Treibet das Geschäft der Paarung!
Lasset der Natur den Lauf!
Denn ihr wisset aus Erfahrung,
Einmal hört es leider auf.

Ludwig Thoma (1867-1921)

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Nichts wird rechts und links mich kränken…, Johann Wolfgang von Goethe

OLYMPUS DIGITAL CAMERAM. Großmann / pixelio.de

Nichts wird rechts und links mich kränken,
Folg‘ ich kühn dem raschen Flug;
Wollte jemand anders denken,
Ist der Weg ja breit genug.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Der hat ein schweres Los,
der mit einer silbernen Reisschale
betteln muss.

aus China

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