GEDICHTE: Lieb und Leid im leichten Leben …, Clemens Brentano (1778-1842)

Fantasy

Lieb und Leid im leichten Leben
Sich erheben, abwärts schweben,
Alles will das Herz umfangen,
Nur Verlangen, nie erlangen,

In dem Spiegel all ihr Bilder
Blicket milder, blicket wilder
Jugend kann doch nichts versäumen
Fort zu träumen, fort zu schäumen.

Frühling soll mit süßen Blicken
Sie entzücken und berücken,
Sommer mich mit Frucht und Myrten,
Reich bewirten, froh umgürten.

Herbst du sollst mich Haushalt lehren,
Zu entbehren, zu begehren,
Und du Winter lehr mich sterben
Mich verderben, Frühling erben.

Wasser fallen um zu springen,
Um zu klingen, um zu singen,
Schweig ich stille, wie und wo?
Trüb und froh, nur so, so!

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GEDICHTE: An die Natur, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819)

Herbstbild - Autumn-picture

Süße, heilige Natur,
Lass mich gehn auf deiner Spur!
Leite mich an deiner Hand,
Wie ein Kind am Gängelband!

Wenn ich dann ermüdet bin,
Rück ich dir am Busen hin,
Atme süße Himmelslust,
Hangend an der Mutter Brust.

Ach, mir ist so wohl bei dir!
Will dich lieben für und für.
Lass mich gehn auf deiner Spur,
Süße, heilige Natur!

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GEDICHTE: Mein Jahr, Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

In der Dämmerung

Nicht vom letzten Schlittengleise
Bis zum neuen Flockentraum
Zähl ich auf der Lebensreise
Den erfüllten Jahresraum.

Nicht vom ersten frischen Singen,
Das im Wald geboren ist,
Bis die Zweige wieder klingen,
Dauert mir die Jahresfrist.

Von der Kelter nicht zur Kelter
Dreht sich mir des Jahres Schwung,
Nein, in Flammen werd ich älter
Und in Flammen wieder jung.

Von dem ersten Blitze heuer,
Der aus dunkler Wolke sprang,
Bis zu neuem Himmelsfeuer
Rechn ich meinen Jahresgang.

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GEDICHTE: Lob der Natur, Ludwig Eichrodt (1827-1892)

 

Dorf - village

Wie ist die Gotteswelt doch schön,
Wenn man gerade Glieder hat,
Gut hören tut und richtig sehn,
So schön ist es in keiner Stadt.

Die Quellen hupfen von der Höh’,
Auch Wasser ist ein guter Schluck!
Die Hasen fliehen durch den Klee
Und bilden einen Gegendschmuck.

Wie wächst der Wald beim Drosselschlag,
Zumeist in milder Jahreszeit,
Das Herz erquickt der Feldertrag,
Und auch der “Ochsen” ist nicht weit.

Dort schlenkern sie das Fleischskelett,*
Der Wadenfreund hat sein Pläsier,
Vor Freuden giegst das Bodenbrett,
Und trefflich munden Wein und Bier.

Drum labet euch in der Natur,
Dann habt ihr nicht so viel Verdruss,
Der Redliche folgt ihrer Spur,
Und oft auch der Herr Physikus.

(*Beim Sonntagstanz)

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GEDICHTE: Die Welt ist allezeit schön, Barthold Heinrich Brockes (1680-1747)

Landschaftsbild

Im Frühling prangt die schöne Welt
In einem fast Smaragden Schein.

Im Sommer glänzt das reife Feld,
Und scheint dem Golde gleich zu sein.

Im Herbste sieht man, als Opalen,
Der Bäume bunte Blätter strahlen.

Im Winter schmückt ein Schein, wie Diamant
Und reines Silber, Flut und Land.

Ja kurz, wenn wir die Welt aufmerksam sehn,
Ist sie zu allen Zeit schön.

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GEDICHTE: Sehnsucht nach den Bergen, Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)

Schönen Tag

Auf den Gipfeln erhabener Berge
Dünken die Sorgen der Erde mir Zwerge,
Wenn sie im Tale als Riesen mir drohn.
Dort erheben die ernsten Gedanken
Sich über des Schicksals drückende Schranken,
Mutig dem Dunstkreis der Tiefe entflohn.

O Ihr geliebten, Ihr herrlichen Höhen,
Werd‘ ich im Schmerz des Verlangens vergehen,
Ehe mein Auge Euch wieder begrüßt? –
Wenn ich auf öder und formloser Heide
Einsam die Qualen der Sehnsucht erleide,
Wird es mir nimmer durch Hoffnung versüßt?

Möchte auf Bergen, näher den Sternen,
Näher des Mondes ewigen Fernen,
Nahe dem prächtigen Himmelsgezelt,
Einst mir erscheinen die lächelnde Hore,
Die mir eröffnet die goldenen Tore
Einer zweiten, besseren Welt.

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GEDICHTE: Ich hab‘ es allen Büschen…, Friedrich Rückert

Guten Abend - good evening

Ich hab‘ es allen Büschen gesagt,
Und hab‘ es allen Bäumen geklagt,
Und jeder grünenden Pflanze,
Und jeder Blum‘ im Glanze.

Und wieder von neuem klag‘ ich es,
Und immer von neuem sag‘ ich es,
Und immer haben indessen
Sie wieder mein Leid vergessen.

Vergessen bist du in diesem Raum
Von Blum‘ und Pflanze, Busch und Baum,
Nur nicht von diesem Herzen,
Kind meiner Wonnen und Schmerzen.

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GEDICHTE: Ich denk’ an dich…, Friedrich Rückert

Portrait

Ich denk’ an dich, und meine Seele ruht
In dem Gedanken aus an dich,
Dem Schiffer gleich, der aus bewegter Flut
Zum stillen Hafen rettet sich.
Als wie am Tag ein wilder Vogel fliegt,
Waldaus, Waldein, nach seiner Lust,
Doch bei der Nacht ins weiche Nest sich schmiegt,
So schmieg’ ich mich an deine Brust.
Ich ruh’ in dir, in deiner Liebe ruht
Der Drang der Seele wild und scheu;
Unsicher ist des Lebensmeeres Flut,
Und du allein bist ewig treu.

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GEDICHTE: Grammatische Deutschheit …, Friedrich Rückert

Neulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend,
Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der deutscheste sei.
Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich;
Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht.

Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,
Deutscheren Komparativ, deutschesten Superlativ.
„Ich bin deutscher als deutsch.“ „Ich deutscherer.“ „Deutschester bin ich.“
„Ich bin der Deutschereste oder der Deutschestere.“

Drauf durch Komparativ und Superlativ fortdeutschend,
Deutschten sie auf bis zum – Deutschesteresteresten;
Bis sie vor komparativistisch- und superlativistischer Deutschung
Den Positiv von deutsch hatten vergessen zuletzt.

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GEDICHTE: Engel umschweben uns…, Friedrich Rückert

Begegnung mit einem Engel. Encounter with an angel.

Engel umschweben uns,
Wo wir auch gehn,
Engel umgeben uns,
Wie wir uns drehn.

Doch wir erkennen sie
Nicht in dem Licht,
Und zu benennen sie
Wissen wir nicht.

Selber zu blenden uns
Scheinet der Glanz,
Wir von ihm wenden uns
Halb oder ganz.

Aber nun haben wir
Engel ein Paar,
Denen ja gaben wir
Namen fürwahr.

Und nicht vergaßen wir:
Wirklich einmal
Selber besaßen wir
Leiblich den Strahl.

Sollten wir wenden uns
Ab von dem Glanz?
Sollten verblenden uns
Halb oder ganz?

Nein, wir erkennen euch
Freudig im Licht,
Und zu benennen euch
Zweifeln wir nicht.

Lächelnd ihr gebet uns,
Wohl zu verstehn,
Dass ihr umschwebet uns
Wo wir auch gehn.

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GEDICHTE: Ein Seufzer …, Friedrich Rückert

Gelbe Rose

Schlimme Lose,
Dass der Himmlischen Zorn
Jeder Rose
Beigegeben den Dorn;

Aber schlimmer,
Dass die Rose verblüht,
Und noch immer
Sticht der Dorn im Gemüt.

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GEDICHTE: Ein Festtag soll dich stärken…, Friedrich Rückert

Abstract

Ein Festtag soll dich stärken
zu deines Werktags Werken,
dass du an dein Geschäfte
mitbringst frische Kräfte.
Du darfst nicht in den Freuden
die Kräfte selbst vergeuden;
neu sollen sie ersprießen
aus mäßigem Genießen.

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GEDICHTE: Du meine Seele…, Friedrich Rückert

Vintage Lady with flowers

Du meine Seele, du mein Herz,
Du meine Wonn’, o du mein Schmerz,
Du meine Welt, in der ich lebe,
Mein Himmel du, darein ich schwebe,
O du mein Grab, in das hinab
Ich ewig meinen Kummer gab!
Du bist die Ruh’, du bist der Frieden,
Du bist der Himmel mir beschieden.
Dass du mich liebst, macht mich mir wert,
Dein Blick hat mich vor mir verklärt,
Du hebst mich liebend über mich,
Mein guter Geist, mein bessres Ich!

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GEDICHTE: Du bist ein Schatten am Tage…, Friedrich Rückert

Gute Nacht. Good night.

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Wo ich mein Zelt aufschlage,
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage
Und in der Nacht mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage,
Find‘ ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Du bist ein Schatten am Tage,
Doch in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

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GEDICHTE: Du bist die Rose meiner Liebe…, Friedrich Rückert

Rose in dunkelrot

Du bist die Rose meiner Liebe,
Die Ros’ auf meines Herzens Flur
Es waren andre Blumentriebe
Vorahnung meiner Rose nur.
Es kam der Flor, dass er zerstiebe,
Verschwinden musste jede Spur,
Dass Raum für meine Rose bliebe,
Die mir zu bleiben ewig schwur.

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GEDICHTE: Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss…, Friedrich Rückert (1788-1866)

Love

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss;
Ich liebe dich, weil ich nichts anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelschluss;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.

Dich lieb’ ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich lieb’ ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich lieb’ ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich lieb’ ich, weil dich lieben ist mein Sein.

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GEDICHTE : Aus der Jugendzeit, Friedrich Rückert

Am Ententeich

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
Klingt ein Lied mir immerdar;
O wie liegt so weit, o wie liegt so weit,
Was mein einst war!

Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang,
Die den Herbst und Frühling bringt;
Ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang
Das jetzt noch klingt?

»Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
Waren Kisten und Kasten schwer;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer.«

O du Kindermund, o du Kindermund,
Unbewusster Weisheit froh,
Vogelsprachekund, vogelsprachekund
Wie Salomo!

O du Heimatflur, o du Heimatflur,
Lass zu deinem heil’gen Raum
Mich noch einmal nur, mich noch einmal nur
Entfliehn im Traum!

Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
War die Welt mir voll so sehr;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer.

Wohl die Schwalbe kehrt, wohl die Schwalbe kehrt,
Und der leere Kasten schwoll,
Ist das Herz geleert, ist das Herz geleert,
Wird’s nie mehr voll.

Keine Schwalbe bringt, keine Schwalbe bringt
Dir zurück, wonach du weinst;
Doch die Schwalbe singt, doch die Schwalbe singt
Im Dorf wie einst:

»Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm,
Waren Kisten und Kasten schwer;
Als ich wieder kam, als ich wieder kam,
War alles leer.«

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BEKANNTMACHUNG:

Meinen Freunden Hallo sagen ... Say hello to my friends ...

Hallo, liebe Freunde und Leser,

nun, nach einer langen Sommerpause bin ich wieder zurück.

Ich habe mich ausgeruht und die Sommerzeit genossen. Hoffe, dass es bei Euch
ebenso gewesen ist!

Außerdem habe ich es mir überlegt und für dieses Blog eine kleine Änderung vorgenommen. Ab sofort werden hier überwiegend täglich weiter Gedichte eingestellt, so wie Ihr es gewohnt seid, aber DER GUTE RAT AN DIESEM TAG wird nur noch ausschließlich im gleichnamigen Blog täglich erscheinen. Hier die Webadresse:

https://derguteratandiesemtag.wordpress.com/

Alles Andere bleibt. Ich hoffe, dass es Euren Zuspruch findet und Ihr mir weiterhin treu bleibt.

Ich wünsche ALLEN ein wunderbares Herbstwochenende. Wenn es möglich ist, geht raus in die Natur oder verbringt Eure Zeit mit dem, was Euch Freude bereitet.

Liebe Grüße
Eure Gabriele

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HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM GEBURTSTAG EULENCAMPERIN / RIKA

Happy Birthday, GeburtstagWer hält die Jahre, die entfliehen?
Als Nebel bleiben sie zurück
Dieweil wir immer weiter ziehen
Mit steter Hoffnung auf das Glück
Doch wir erinnern manche Stunde
Wo irgendwas uns sehr berührt
Vielleicht ein Wort aus lieben Munde
Vielleicht auch Schmerz, den wir verspürt
Und wie im Nebel Licht und Schatten
Noch sichtbar bleiben lange hin
Ruht manch Erlebnis, das wir hatten
Als stille Glut tief in uns drin.

(Horst Winkler, VersSchmiede)

 Liebe Rika,

zu diesem ganz besonderem Geburtstag die allerbesten Glückwünsche!
Vor allem wünschen wir Dir viel Gesundheit, ganz viel Fröhlichkeit und Zufriedenheit
und eine Menge glücklicher Stunden!
Mögest Du immer Platz haben für Wünsche und Träume
und wir wünschen Dir, dass sich diese für Dich erfüllen!

Hab einen wunderbaren Tag und lass Dich ganz toll feiern!
Herzliche Geburtstagsgrüße von
Deinen Freunden
und von mir

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SOMMERPAUSE …

Time out.

Liebe Freunde und Leser,
ich mache eine längere
SOMMERPAUSE!

ALLEN
wünsche ich
eine wunderschöne
Sommerzeit!
Lasst es Euch gut gehen
und
bleibt gesund.

Eure Gabriele

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