DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Einem Menschen verzeihen,
der nicht bereut,
ist wie Zeichnen im Wasser.

aus Japan

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AUSZEIT …, TIME-OUT …,

Auszeit; Time-out ...

Ich muss für längere Zeit ins Krankenhaus und nehme eine Auszeit.
Langweilig wird es hier trotzdem nicht.
Die Beiträge kommen, wie gewohnt,
denn sie sind alle schon voreingestellt.

ALLEN Freunden  und Lesern
wünsche ich
eine schöne, fröhliche und gesunde
Sommerzeit.

Bis bald …
Gabriele

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Wie sollten wir geheim sie halten – Adolf Friedrich von Schack

Rainer Sturm / pixelio.de

Wie sollten wir geheim sie halten,
Die Seligkeit, die uns erfüllt?
Nein, bis in seine tiefsten Falten
Sei Allen unser Herz enthüllt!

Wenn Zwei in Liebe sich gefunden,
Geht Jubel hin durch die Natur,
In längern wonnevollen Stunden
Legt sich der Tag auf Wald und Flur.

Selbst aus der Eiche morschem Stamme,
Die ein Jahrtausend überlebt,
Steigt neu des Wipfels grüne Flamme
Und rauscht, von Jugendluft durchbebt.

Zu höherm Glanz und Dufte brechen
Die Knospen auf beim Glück der Zwei,
Und süsser rauscht es in den Bächen,
Und reicher blüht und glänzt der Mai.

Adolf Friedrich von Schack 1815-1894

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Bei allzu langem Nachdenken
kommt man nicht auf den richtigen Gedanken.

aus Japan

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Fronleichnamsprozession…, Georg Heym

O weites Land des Sommers und der Winde,
Der reinen Wolken, die dem Wind sich bieten.
Wo goldener Weizen reift und die Gebinde
Des gelben Roggens trocknen in den Mieten.

Die Erde dämmert von den Düften allen,
Von grünen Winden und des Mohnes Farben,
Des schwere Köpfe auf den Stielen fallen
Und weithin brennen aus den hohen Garben.

Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen,
Wo helle Wellen weiße Kiesel feuchten.
Die Wassergräser werden fortgezogen,
Die in der Sonne aus dem Bache leuchten.

Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne.
Sie flammt von Gold und Rot. Die Seidenquasten
Zu beiden Seiten halten Kastellane
Im alten Chorrock, dem von Staub verblaßten.

Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen.
Barhäuptig gehen sie vor den Prälaten.
Zu Flöten schallt der Meßgesang. Die frommen
Und alten Lieder wandern durch die Saaten.

In weißen Kleidchen kommen Kinder singend.
Sie tragen kleine Kränze in den Haaren.
Und Knaben, runde Weihrauchkessel schwingend,
Im Spitzenrock und roten Festtalaren.

Die Kirchenbilder kommen auf Altären.
Mariens Wunden brennen hell im Licht.
Und Christus naht, von Blumen bunt, die wehren
Die Sonne von dem gelben Holzgesicht.

Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone.
Er schreitet singend mit dem heiligen Schrein.
Der hohe Stimmenschall der Diakone
Fliegt weit hinaus durch Land und Felderreih’n.

Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht.
Die Kessel dampfen, drin die Kräuter kohlen.
Sie ziehen durch der weiten Felder Pracht,
Und matter glänzen die vergilbten Stolen.

Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt.
Sie ziehn dahin, dem grünen Wald entgegen.
Er tut sich auf. Der Glanz verzieht im Wald,
Wo goldne Stille träumt auf dunklen Wegen.

Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land,
Die tiefen Wege, wo die Schwalbe schweift,
Und eine Mühle steht am Himmelsrand,
Die ewig nach den weißen Wolken greift.

Georg Heym

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Der Dumme schließt die Tür schlecht,
der Faule lehnt sie nur an,
und der Narr läßt sie offenstehen.

aus Japan

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, An … – Betty Paoli

Gila Hanßen / pixelio.de

Wie süss du meiner Seele bist,
Ich weiss es nicht zu sagen!
Was still in meinem Innern spriesst,
Will nicht an’s Licht sich wagen.
Vom Lenze, der in meiner Brust
Geweckt ein neues Leben,
Vermag ich, wollend und bewusst,
Den Schleier nicht zu heben.

Es sei! Wozu versucht ich auch
Ihn absichtsvoll zu lüften?
Du merkst den warmen Frühlingshauch
An seinen linden Düften.
In meinen feuchten Augen siehst
Du Licht des Morgens tagen –
Wie süss du meiner Seele bist
Brauch‘ ich dir nicht zu sagen!

Betty Paoli 1814-1894

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Kämpfe mit denen,
die kämpfen,
und laß die Friedlichen in Frieden!

aus Indien

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Frühling und Frauen – Walther von der Vogelweide

Angelika Wolter / pixelio.de

Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,
Gleich als lachten sie zur hellen Sonne,
Des Morgens früh an einem Maientag,
Wenn die kleinen Vöglein munter singen,
Ihre schönsten Weisen, welche Wonne
An solche Lust dann wohl noch reichen mag?
Halb gleicht’s wohl schon dem Himmelreiche;
Soll ich nennen aber, was ihm gleiche,
So weiss ich, was mein Auge je
Noch mehr entzückt hat und auch stets
entzücken wird, wenn ich es seh‘.

Wo ein edles Fräulein, hold zu schauen,
Wohl gekleidet und das Haar geschmücket,
Sich unter Leuten heitern Sinns ergeht,
Sittsam froh, vereint mit andern Frauen,
Nur zuweilen etwas um sich blicket
Und wie die Sonne über Sternen steht:
Da bring‘ der Mai uns alle Wunder,
Was wohl wär‘ so Wonnereiches drunter,
Als ihr viel minniglicher Leib?
Wir lassen alle Blumen steh’n
und schau’n nur an das schöne Weib.

Nun wohlan, wollt ihr die Wahrheit schauen,
Geh’n wir zu des Maien Jubelfeste,
Der jetzt ins Land mit allen Kräften kam!
Schaut ihn an und sehet schöne Frauen,
Was von beiden da wohl sei das beste,
Und sagt, ob ich das bess’re Teil nicht nahm?
Ach, wenn mich einer wählen hiesse,
Dass ich eines für das andre liesse,
Wie bald doch wär‘ die Wahl gescheh’n!
Herr Mai, Ihr möchtet März sein, eh‘
ich sollt‘ von meiner Herrin geh’n!

Walther von der Vogelweide 1170-1230

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Keine Straße ist lang
mit einem Freund an der Seite.

aus Japan

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Frühlingsabend – Maria Mnion

Joujou / pixelio.de

Schöner Himmel, hast du keine Freude
An der schönen Frühlings-Erde!
Schau sie an, mit deinen tausend Augen,
Schau sie an, und lächle!

Jede Blume
Duftet lieblich
Zu dir auf.
So viel Sterne droben,
So viel Blumen hier!
Jede Blum‘ ist eine Braut,
Jeder Stern ein Bräutigam.

Schöner Himmel, nimm die finstern Wolken
Vom Gesicht!
Du, o holder Brautgefährte,
Treuer Hausfreund unsrer Erde,
Leucht‘, o Mond, mit hellem Glanze
Deine Freundin an und ihre Kinder!

Ha, ich fühl es, – die Erde
Hebt sich entgegen dem Himmel,
Und die Blumen – den Sternen!
Nieder schwebet der Wolkenvorhang,
Freudig blicken sich an die Geliebten.
Und des Thaues Tröpfchen auf den Blumen
Glänzen wie der Liebe Thränen,
Und des Himmels sanfte Strahlen
Küssen zärtlich die Thränen auf.

Schöner Himmel, hast du keine Freude
An der schönen Frühlings-Erde!
Schau sie an mit deinen tausend Augen,
Schau sie an, und lächle!

Maria Mnion 1777-1797

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Das Gerede der Leute
dauert nur fünfundsiebzig Tage.

aus Japan

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Die Liebe ein Schmetterling – Lydia Hecker, geb. Paalzow

luise / pixelio.de

Die Liebe ist ein Ding
Zart wie ein Schmetterling,
In Blumen auferzogen,
Rasch, wie ein Traum, entflogen.

Mir Elfenkost genährt,
Leicht traulich, leicht verstört,
Ein Kind der Sonnenstrahlen,
Ersehnt, gehascht von Allen.

Doch rohen Händen nimmer
Besteht so feiner Schimmer,
Und Schmelz und Farbenpracht
Löscht dann in tote Nacht.

Weh dir, dass man dich fing,
Du armer Schmetterling,
Du musst, um froh zu leben,
Frei in den Lüften schweben.

Und nur zuweilen hin
Am grünen Rasen ziehn,
Von Frühlingshauch gefächelt,
Wenn Erd und Himmel lächelt.

Die Liebe ist ein Ding
Zart, wie ein Schmetterling,
In Blumen auferzogen,
Rasch, wie ein Traum, entflogen.

Lydia Hecker, geb. Paalzow

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Reich ist,
wer keine Schulden hat,
glücklich,
wer ohne Krankheit lebt.

aus Mongolei

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Apologie – Emanuel Geibel

Christiane Heuser / pixelio.de

Dass ich auch zur schönen Zeit des Frühlings
Morgens lange stets im Bette säume,
Darum wollt ihr, Freunde, mich verklagen?
Tut es immerhin! Euch hat beim Werden
Nicht die Muse freundlich angelächelt,
Und mit Morpheus lieblichem Geschlechte
Seid ihr ganz und gar in herbem Zwiespalt.
Nicht die Wonne kennt ihr, auf dem Lager
Sich zu dehnen, wenn am offnen Fenster
Grünes Weinlaub schwankt im Sonnenschimmer
Und die Blüten rot und weiss hereinwehn.
Draussen in den Rosenbüschen flötet
Dann die Nachtigall, und wie die Töne
Lieblich sich durch meine Seele dehnen,
Spinnt der Morgentraum in halbem Wachen
Sich noch fort und wird zu holden Liedern.
Trifft mir endlich dann der Strahl die Wimpern,
Spring‘ ich rasch empor, auf weisse Blätter
Die gereimten Träume festzubannen.
Abends aber schleich‘ ich zur Geliebten,
Und sie liest es, was in süsser Dämmrung
Grüssend durch des Freundes Brust gezogen,
Und mit Küssen lohnt sie jede Zeile.

Sagt nun, ihr profanen Traumverächter,
Sagt nun, wollt ihr länger noch mich schelten?

Emanuel Geibel 1815-1884

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Gier macht den Menschen allezeit arm,
und die Fülle dieser Welt
macht ihn nicht reich.

aus Mongolei

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Frühling im Dom – Hermann Löns

Dieter Schütz / pixelio.de

Wunderschönes Frühlingswetter
Glitzert durch die bunten Scheiben,
Goldne Sonnenstäubchen tanzen
Lustig um den Hochaltar.

Auf der Kanzel spricht der Pater
Donnernd gegen Lust und Unzucht,
Auf dem breiten, keuschen Schmerbauch
Hüpft ein goldner Lichtreflex.

Und um seine rote Nase
Flattert ein Zitronenfalter,
Fliegt zu einem schönen Mädchen,
Das mit scheuem Herzen horcht.

Nachgefolgt dem gelben Falter
Sind des Paters strenge Augen,
Treffen schliesslich auch das liebe,
Süsse Mädchenangesicht.

Plötzlich stockt der Pater Thomas,
Er, der grosse Kanzelredner,
Er, der grosse Reuebringer,
Wird verwirrt, er stockt und schweigt.

Über einem Strebepfeiler
Sitzt ein feister Marmorengel,
Dieser grinst mit kleinen Augen
Lustig Pater Thomas an.

Hermann Löns 1866-1914

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Der Frosch,
der im Brunnen lebt,
beurteilt das Ausmaß des Himmels
nach dem Brunnenrand.

aus Mongolei

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FRÜHLINGSGEDICHTE …, Sonnet 98 – William Shakespeare

Jörg Brinckheger / pixelio.de

Ich war getrennt von Dir im Frühling auch,
Als der April im farbenbunten Drang
Die Welt belebt mit frischem Jugendhauch,
Dass selbst Saturnus mit ihm lacht‘ und sprang.

Doch nicht der Vögel Sang in Wald und Gründen,
Ich liess sie ungepflückt auf stolzem Stiel.
Ich staunte ob der Lilien Weisse nicht,
Pries nicht die Glut die in der Rose lebt;
Es schienen Bilder lieblich dem Gesicht,
Doch denen Du als Muster vorgeschwebt.

Und immer schien mir’s Winter ohne Dich,
Nur wie Dein Schattenspiel ergötzt es mich.

William Shakespeare 1564-1616

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Sooft man das Haus für Neujahr
mit Kiefern schmückt,
setzt man einen Meilenstein
auf dem Wege zur Unterwelt.

aus Japan

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