SOMMERGEDICHTE …, Dämmernd liegt der Sommerabend…, Heinrich Heine

Naturbild

Dämmernd liegt der Sommerabend
Über Wald und grünen Wiesen;
Goldner Mond, im blauen Himmel,
Strahlt herunter, duftig labend.

An dem Bache zirpt die Grille,
Und es regt sich in dem Wasser,
Und der Wandrer hört ein Plätschern
Und ein Atmen in der Stille.

Dorten an dem Bach alleine,
Badet sich die schöne Elfe;
Arm und Nacken, weiß und lieblich,
Schimmern in dem Mondenscheine.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Wer im Licht wandert,
stolpert nicht.

aus Togo

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SOMMERGEDICHTE …, Der Sommer, Friedrich Hölderlin

Landschaftsbild

Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert
Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel
In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,
Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.

Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,
Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,
Der Sonne Tag ist zu der Menschen Streben
Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.

Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,
Der Mensch verwundert sich, dass sein Bemühn gelinget,
Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,
Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Ein altes Weib daheim
und eine Böschung unmittelbar vor dem Haus,
das kann den Mann schon müde machen.

aus Abessinien

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SOMMERGEDICHTE …, Der Sommer, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Wish a wonderful summer day. Wünsche einen wundervollen Sommertag.

Der Sommer, der Sommer,
Das ist die schönste Zeit:
Wir ziehen in die Wälder
Und durch die Au’n und Felder
Voll Lust und Fröhlichkeit.

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns Freuden viel:
Wir jagen dann und springen
Nach bunten Schmetterlingen
Und spielen manches Spiel.

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns manchen Fund:
Erdbeeren wir uns suchen
Im Schatten hoher Buchen
Und laben Herz und Mund.

Der Sommer, der Sommer,
Der heißt uns lustig sein:
Wir winden Blumenkränze
Und halten Reigentänze
Beim Abendsonnenschein.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Eier und Eisen steckt man nicht in den selben Sack.

Pygmäenweisheit

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SOMMERGEDICHTE …, Schwüle, Conrad Ferdinand Meyer

 

Fantasy

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,
Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag –
Sterne, Sterne – Abend ist es ja –
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!
Schilf, was flüsterst du so frech und bang?
Fern der Himmel und die Tiefe nah –
Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruft
Mich beständig aus der Wassergruft –
Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!
Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht –
Es war Zeit! – ein schwaches Flimmerlicht –
Denn ich wusste nicht, wie mir geschah.
Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Die Wurzeln erzählen den Zweigen nicht,
was sie denken.

aus Kongo

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SOMMERGEDICHTE …, Julinacht, Felix Dörmann

Fantasie

Die Mondeslichter rinnen
Aus sterndurchsprengtem Raum
Zur regungslosen Erde,
Die müde atmet kaum.

Wie schlummertrunken schweigen
Die Linden rund umher,
Des Rauschens müde, neigen
Herab sie blütenschwer.

Nur manchmal, traumhaft leise,
Rauscht auf der Wipfel Lied,
Wenn schaurig durchs Geäste
Ein kühler Nachthauch zieht.

Mein Herz ist ruh-umfangen,
Ist weltvergessen still,
Kein Sehnen und Verlangen
Die Brust bewegen will.

Nur manchmal, traumhaft leise,
Durchzieht der alte Schmerz,
Wie Nachtwind durchs Geäste,
Das müdgeliebte Herz.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Mehr als ein Speer verursacht die Lüge Schmerzen.

aus Nigeria

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SOMMERGEDICHTE …, Sommer, Otto Julius Bierbaum …,

 

Dorf - village

Singe, meine liebe Seele,
Denn der Sommer lacht.
Alle Farben sind voll Feuer,
Alle Welt ist eine Scheuer,
Alle Frucht ist aufgewacht.

Singe, meine liebe Seele,
Denn das Glück ist da.
Zwischen Ähren, welch ein Schreiten!
Flimmernd tanzen alle Weiten,
Gott singt selbst Hallelujah.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Freude dauert sieben Tage,
Traurigkeit aber ein Leben lang.

aus Tunesien

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GEDANKENLYRIK – An die Erinnerung – Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis

In der Dämmerung

Süßer Wehmut Gefährtin, Erinnrung!
Wenn jene die Wimper sinnend senkt,
Hebst du deinen Schleier und lächelst
Mit rückwärts gewandtem Gesicht.

Still und hehr, wie der schweigende Vollmond
Die Gräber bescheint, betrachtest du
Das Vergangne, weilenden Blickes,
Wie Bräute des Bräutigams Bild.

Deine dämonischen Bilder sind lieblich,
Wie tauichter Duft im Abendrot!
Deine Stimm‘ ist sanft, wie der Flöte
Im Echo entschwindender Hall.

Oftmals zeigst du, in duftiger Ferne,
Mir freundlich der Jugend Lenzgefild;
Oder reihst in Kränze die Veilchen,
So Liebe mir, sparsam nur, las.

Oft erscheinst du mir, lächelnd durch Tränen,
Und kosest mit mir, vertraut und lang,
Von den toten Lieben, an Gräbern,
Die höheres Gras schon umwallt.

Mir willkommen im Schleier der Trauer!
Willkommen im heitern Silberflor!
Rasch entfleucht der Gegenwart Freude;
Du, sinnende Trösterin, weilst!

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Das Ohr ist älter als die Hörner.

aus Afrika

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SOMMERGEDICHTE …, Sommermorgen, Marie Ebner-Eschenbach

Am Wildbach..

Auf Bergeshöhen schneebedeckt,
Auf grünen Hügeln weitgestreckt
Erglänzt die Morgensonne;
Die tauerfrischten Zweige hebt
Der junge Buchenwald und bebt
Und bebt in Daseinswonne.

Es stürzt in ungestümer Lust
Herab aus dunkler Felsenbrust
Der Gießbach mit Getose,
Und blühend Leben weckt sein Hauch
Im stolzen Baum, im niedren Strauch,
In jedem zarten Moose.

Und drüben wo die Wiese liegt,
Im Blütenschmuck, da schwirrt und fliegt
Der Mücken Schwarm und Immen.
Wie sich’s im hohen Grase regt
Und froh geschäftig sich bewegt,
Und summt mit feinen Stimmen.

Es steigt die junge Lerche frei
Empor gleich einem Jubelschrei
Im Wirbel ihrer Lieder.
Im nahen Holz der Kuckuck ruft,
Die Amsel segelt durch die Luft
Auf goldenem Gefieder.

O Welt voll Glanz und Sonnenschein,
O rastlos Werden, holdes Sein,
O höchsten Reichtums Fülle!
Und dennoch, ach – vergänglich nur
Und todgeweiht, und die Natur
Ist Schmerz in Schönheitshülle.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Kälte lehrt Kohlen stehlen.

aus Marokko

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SOMMERGEDICHTE …, Der faule Mucker, Gustav Sack

Regen - rain

Der Regen schlägt, als geißelten
des grenzenlosen Himmels wilde Winde
den alten Mucker jagend hoch
und meißelten
aus Schnee und Schmutz und Stubendunst
des Sommers nackte Glut heraus.

Das gießt und bläst und faucht und raucht,
bis über Nacht
des Frühlings Hülle fällt
und – breit und ungeschlacht
fiebert der Sommer durch die Welt!

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Freiwillig arbeiten ist schlimmer als Sklaverei.

aus Nigeria

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GEDANKENLYRIK – Ergebung – Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis

Die Brücke - the bridge

Mag immerhin der Strom entgleiten,
Der meines Lebens Kahn entführt;
Indeß der Bord der Jugendzeiten
Sich mir in Fernungsduft verliert.

Zwo Töchter der Erfahrung stiegen
In meinen Kahn und weichen nie:
Verklärten Schmerz in trüben Zügen,
Süßlächelnde M e l a n c h o l i e.

Die andre, die mit leisem Dämpfer
Der Seele Saiten reiner stimmt,
E r g e b u n g, die geprüfte Kämpfer
In ihres Schilds Umschattung nimmt.

Wenn jene tief in meine Laute
Nach rührenden Akkorden greift;
Ruft die, der höhern Welt Vertraute:
Getrost, auch deine Palme reift!

Still seh‘ ich, wie zu seiner Mündung
Des Lebens Wellenspiel mich reißt.
Erhöht die Schwermuth die Empfindung,
So hebt Ergebung meinen Geist.

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DER GUTE RAT AN DIESEM TAG:

Fasse den Schwanz des Leoparden nicht an!
Aber wenn du einmal gefaßt hast,
lasse ihn nicht mehr los!

aus Abessinien

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