Archiv der Kategorie: Gedichte

Schöne Gedichte

GEDICHTE: Wir brachen die Farne, Ingrid Streicher (*1943), österreichische Autorin

Wir brachen die Farne zu Mitternacht, mitten im dunkelsten Walde. Der Mond war verhanden und lange schon ruhten die Gräser, die bangen. Wir brachen die Farne und trugen sie heim und schufen ein sanftes Lager. Doch nicht um zu schlafen: … Weiterlesen

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GEDICHTE: Wind, Horst Rehmann (*1943), deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller

Du bist so frisch und wunderbar, bist überall, doch unsichtbar, man spürt dich gerne, mild und lind, ein Jeder ist dir gut gesinnt. Hast natürlich auch zwei Seiten, eine heißt – gemütlich gleiten, die andere heißt schlicht – Orkan, du … Weiterlesen

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GEDICHTE: Natur ist glücklich…, Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten: wer hat ein Frühjahr innen zu bereiten? Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen? Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich? Wer faßt in sich … Weiterlesen

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GEDICHTE: Vom wilden Lärm der Städte fern, Konrad von Schmidt-Phiseldeck (1770 – 1832)

Vom wilden Lärm der Städte fern, Im kühlen Hain weht Geist vom Herrn: Es ist der Andacht stiller Geist, Der uns dem Weltgewühl entreißt, In heil’ger Gluth die Herzen läutert, Und den Gedankenkreis erweitert. Wer Einsamkeit, die hehre, scheut, Wen … Weiterlesen

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GEDICHTE: Natur, Adelheid Stier (1852 – 1942), deutsche Schriftstellerin

Ob irdisch Glück und Liebe Wie Spreu im Sand verweht, Ob noch so wenig bliebe Im Wechsel, das besteht, – Natur, die ewig gleiche, Beut ihren Freudenschatz, Und Kunst, die üppig reiche, Beglückt uns zum Ersatz. Und wer von Herzensgrunde … Weiterlesen

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GEDICHTE: Berg, Bruno Wille (1860 – 1928)

Über Felsen, windumflattert, Klimm ich hoch hinan zum Freien; Droben will ich mich entladen Dieser Qual, im Sturme baden, Neugeboren meine Seele weihen. Berg, vor deinem Riesenantlitz Kann mein Kleinmut nicht bestehen. Sturm, im Brausen deiner Kraft, Die den Forst … Weiterlesen

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GEDICHTE: Vogelsang, Jakob Bosshart (1862 – 1924)

Vogelstimme, wunderbar Rührst du mir die Seele! Wie entspringst du warm und wahr, Weil die Liebe dich gebar, Freudevoll der Kehle! Wo hast deine Weisen du, Volk der Luft, gefunden? Ging ein Sänger einst zur Ruh, Hat dir Seel‘ und … Weiterlesen

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GEDICHTE: Dein Lied, Amsel, Ingrid Streicher (*1943), österreichische Autorin von Lyrik

Vor Sonnenaufgang schon melodischer Gesang: dein Lied, Amsel! Frühlingskünderin, in Strophen, flötend und bewegt, so steckst du dein Revier; dann lockst du wieder her im liebessüßen Drang. Vertraut wie Heimat ist dein Singen, dein Trillern, Jubilieren, und spät im Herbst … Weiterlesen

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GEDICHTE: Vorüber, Wilhelm Raabe (1831 – 1910)

Nun ist es vorüber, Nun ist es geschehn, Die Donner verrollen, Die Wolken verwehn. Es leuchtet, es blitzet Die Wiese, der Wald. Was eben noch dunkel, Wie hellt’s sich so bald! Nun ist es geschehen, Nun ist es getan! Es … Weiterlesen

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GEDICHTE: Wieder duftet der Wald, Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Wieder duftet der Wald. Es heben die schwebenden Lerchen mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war; zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war, – aber nach langen, regnenden Nachmittagen kommen die … Weiterlesen

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GEDICHTE: Des Königs Liebchen, August von Platen (1796-1835)

Unser König zog zum Streite, Seine Liebste zog ihm nach, Hüllte sich in blanken Harnisch, Der im Rüstgewölbe lag. Hüllte sich in blanken Harnisch, Nahm das Schwert in zarte Hand, Und sie folgt ihm, aller Orten, Ewig treu und unerkannt. … Weiterlesen

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GEDICHTE: Manchmal geschieht es in tiefer Nacht, Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Manchmal geschieht es in tiefer Nacht, Daß der Wind wie ein Kind erwacht, Und er kommt die Allee allein Leise, leise ins Dorf herein. Und er tastet bis an den Teich, Und dann horcht er herum: Und die Häuser sind … Weiterlesen

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GEDICHTE: Befreundete Frucht, Eugen Gottlob Winkler (1912 – 1936)

Endlich Süße! Jeder Bissen In dein Fruchtfleisch läßt mich wissen: Für dein einiges Gebilde, Lange bitter, – später milde, Stetig gleich warst du beflissen. Ahnte dir die künft’ge Wendung? Fremd noch deiner reifen Sendung, Kaum im Mittag Süßes witternd, Blindlings … Weiterlesen

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GEDICHTE: Meisenglück, Friedrich Hebbel (1813 – 1863)

Aus dem gold’nen Morgen-Qualm Sich herniederschwingend, Hüpft die Meise auf den Halm, Aber noch nicht singend. Doch der Halm ist viel zu schwach, Um nicht bald zu knicken, Und nur, wenn sie flattert, mag Sie sich hier erquicken. Ihre Flügel … Weiterlesen

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GEDICHTE: In den Bergen, Martin Greif (1839 – 1911)

Felsen in den Lüften oben, Freut euch, daß ihr hoch erhoben Über dieser Erde steht! Daß vom lärmenden Getöse Dieser nicht’gen Weltengröße Kaum ein Nachhall zu euch weht. Ferne von des Tages Mühen Ragt ihr auf in reinem Glühen, Wenn … Weiterlesen

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GEDICHTE: Abzuschaffen geschärfte Todesarten, Friedrich Rückert (1788 – 1866)

Abzuschaffen geschärfte Todesarten, Abzustellen den Graus der Folterkammern, War wohl unseren aufgeklärten Zeiten Vorbehalten zu einem Ruhm. Doch leider Daß unschuldige Menschenleben gleichwohl, Von Krankheiten gespannt auf Folterbetten, Schwerem langsamem Tod entgegen schmachten! Ach wenn menschlicher auch die Menschen wurden, … Weiterlesen

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GEDICHTE: Weiß die Natur noch den Ruck, Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Weiß die Natur noch den Ruck, Da sich ein Teil der Geschöpfe Abriß vom stetigen Stand? Blumen, geduldig genug, Hoben nur horchend die Köpfe, Blieben im Boden gebannt. Weil sie verzichteten auf Gang und gewillte Bewegung, Stehn sie so reich … Weiterlesen

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GEDICHTE: Künstlers Abendlied, Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Ach, daß die innre Schöpfungskraft Durch meinen Sinn erschölle! Daß eine Bildung voller Saft Aus meinen Fingern quölle! Ich zittre nur, ich stottre nur Und kann es doch nicht lassen; Ich fühl, ich kenne dich, Natur, Und so muß ich … Weiterlesen

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GEDICHTE: Die Pappeln, Ferdinand von Saar (1833 – 1906)

Wie lieb‘ ich euch, Leise schwankende Pappeln, Die ihr gesammelten Wuchses Zum Himmel aufstrebt! Freilich wohl Erreicht ihr ihn nicht – Aber hoch empor ragt ihr über niedres Gestrüpp nicht bloß Und den verkrüppelten Fruchtbaum: Auch die mächtige Eiche, Die … Weiterlesen

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GEDICHTE: Leise von den Alleen ergriffen, Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Leise von den Alleen Ergriffen, rechts und links, Folgend dem Weitergehen Irgendeines Winks, Tritts du mit einem Male In das Beisammensein Einer schattigen Wasserschale Mit vier Bänken aus Stein; In eine abgetrennte Zeit, die allein vergeht. Auf feuchte Postamente, Auf … Weiterlesen

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