Archiv der Kategorie: Gedichte

Schöne Gedichte

GEDICHTE: Früher, da ich unerfahren …, Wilhelm Busch

Früher, da ich unerfahren Und bescheidner war als heute, Hatten meine höchste Achtung Andre Leute. Später traf ich auf der Weide Außer mir noch mehr Kälber, Und nun schätz ich, sozusagen, Erst mich selber.

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GEDICHTE: Buch des Lebens, Wilhelm Busch

Haß, als Minus und vergebens, Wird vom Leben abgeschrieben. Positiv im Buch des Lebens Steht verzeichnet nur das Lieben. Ob ein Minus oder Plus Uns verblieben, zeigt der Schluß.

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GEDICHTE: Wenn es nur einmal so ganz stille wäre…, Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre. Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte und das nachbarliche Lachen, wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –: Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken … Weiterlesen

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GEDICHTE: Wenn ich dereinst, Wilhelm Busch

Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, Und’s ist mal ein milder Sommertag, So hink ich wohl aus dem kleinen Haus Bis unter den Lindenbaum hinaus. Da setz ich mich denn im Sonnenschein Einsam und still auf die Bank von … Weiterlesen

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GEDICHTE: Mikrokosmos, Kurt Tucholsky (1890-1935)

Dass man nicht alle haben kann –! Wie gerne möcht ich Ernestinen als Schemel ihrer Lüste dienen! Und warum macht mir Magdalene, wenn ich sie frage, eine Szene? Von jener Lotte ganz zu schweigen – ich tät mich ihr als … Weiterlesen

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GEDICHTE: Der Esel, Wilhelm Busch

Es stand vor eines Hauses Tor Ein Esel mit gespitztem Ohr, Der käute sich sein Bündel Heu Gedankenvoll und still entzwei. Nun kommen da und bleiben stehn Der naseweisen Buben zween, Die auch sogleich, indem sie lachen, Verhaßte Redensarten machen, … Weiterlesen

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GEDICHTE: Sie war ein Blümlein…, Wilhelm Busch 1832 -1908

         Sie war ein Blümlein hübsch und fein, Heil aufgeblüht im Sonnenschein, Er war ein junger Schmetterling, Der selig an der Blume hing.         Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm Und nascht und säuselt da herum. Oft kroch ein Käfer … Weiterlesen

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GEDICHTE: Immerhin, Wilhelm Busch

Mein Herz, sei nicht beklommen, Noch wird die Welt nicht alt. Der Frühling ist wiederkommen, Frisch grünt der deutsche Wald. Seit Ururvätertagen Stehen die Eichen am See, Die Nachtigallen schlagen, Zur Tränke kommt das Reh. Die Sonne geht auf und … Weiterlesen

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GEDICHTE: Komm, junge Zauberin, Victor Hugo (1802-1885)

Komm, junge Zauberin, die meine Seele bannte! Als Göttin priese dich Virgil, als Engel Dante, So hoch ist deine Stirn, so schwebend leicht dein Fuß, Und vom halboffnen Mund so lieblich klingt dein Gruß. Wie müsste wundervoll zu deinen stolzen … Weiterlesen

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GEDICHTE: Vielleicht, Wilhelm Busch

Sage nie: »Dann soll’s geschehen!« Öffne dir ein Hinterpförtchen Durch »Vielleicht«, das nette Wörtchen, Oder sag: »Ich will mal sehen!« Denk an des Geschickes Walten. Wie die Schiffer auf den Plänen Ihrer Fahrten stets erwähnen: »Wind und Wetter vorbehalten!«

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GEDICHTE: Geliebte, kleine Braut!, Felix Dörmann (1870-1928)

Schling‘ Deines Haares Strähne Ums Haupt mir, kleine Braut, Zerküsse die funkelnde Träne, Die mir von den Wimpern getaut. Vom Elend hier auf Erden Hab‘ ich genug erschaut, Genügsam will ich werden, Geliebte, kleine Braut! Ich will mein Sehnen begraben, … Weiterlesen

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GEDICHTE: Gedankenvoll, Wilhelm Busch

Ich weiß ein stilles Fensterlein, Liegt heimlich und versteckt, Das hat mit Laub der grüne Wein Und Ranken überdeckt. Im Laube spielt der Sommerwind, Die Rebe schwankt und nickt, Dahinter sitzt ein hübsches Kind Gedankenvoll und stickt. Im jugendklaren Angesicht … Weiterlesen

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GEDICHTE: Wanderlust, Wilhelm Busch

Die Zeit, sie orgelt emsig weiter, Sein Liedchen singt dir jeder Tag, Vermischt mit Tönen, die nicht heiter, Wo keiner was von hören mag. Sie klingen fort. Und mit den Jahren Wird draus ein voller Singverein. Es ist, um aus … Weiterlesen

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GEDICHTE: Liebst du um Schönheit…, Friedrich Rückert (1788-1866)

Liebst du um Schönheit, O nicht mich liebe! Liebe die Sonne, Sie trägt ein gold’nes Haar. Liebst du um Jugend, O nicht mich liebe! Liebe den Frühling, Der jung ist jedes Jahr. Liebst du um Schätze, O nicht mich liebe! … Weiterlesen

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GEDICHTE: E. B., Erich Mühsam (1878-1934)

Du bist nicht schön, und dennoch lieb ich dich. Du lügst, und dennoch glaub ich deinen Worten. Nie öffnest du mir deiner Gnadenpforten Geheiligtes, und dennoch lockst du mich. Warum verwirrst du, was mein Wesen ist, machst meine Wege strauchelnd … Weiterlesen

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GEDICHTE: Morgens send ich dir die Veilchen…, Heinrich Heine (1797-1856)

Morgens send ich dir die Veilchen, Die ich früh im Wald gefunden, Und des Abends bring ich Rosen, Die ich brach in Dämmrungstunden. Weißt du, was die hübschen Blumen Dir Verblümtes sagen möchten? Treu sein sollst du mir am Tage … Weiterlesen

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GEDICHTE: Die alte Sorge, Wilhelm Busch

Er kriegte Geld. Die Sorge wich, Die ihn bisher beklommen. Er hat die Jungfer Fröhlich sich Zu seinem Schatz genommen. Sie tranken Wein, sie aßen fein, Sie sangen zum Klaviere; Doch wie sie sich so recht erfreun, Da klopft es … Weiterlesen

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GEDICHTE: Ich liebe dich, du Seele…, Christian Morgenstern (1871-1914)

Ich liebe dich, du Seele, die da irrt im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke, ich liebe dich, die manch ein Wahn verwirrt, der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke. Ich liebe deine armen wunden Schwingen, die … Weiterlesen

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GEDICHTE: Von selbst, Wilhelm Busch

Spare deine guten Lehren Für den eigenen Genuß. Kaum auch wirst du wen bekehren, Zeigst du, wie man’s machen muß. Laß ihn im Galoppe tollen, Reite ruhig deinen Trab. Ein zu ungestümes Wollen Wirft von selbst den Reiter ab.

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GEDICHTE: Daheim, Wilhelm Hertz (1835-1902)

Stets, wenn ich beim Heimgang sehe unsres Herdes Rauch, rührt mich deine liebe Nähe, wie ein Frühlingshauch. Trieb mich einst durchs Weltgedränge, flücht’ges Traumgebild, hier in dieser trauten Enge, atm’ ich tiefgestillt. Ob es auch an Schätzen fehle, reich ist … Weiterlesen

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