GEDICHTE: Genesung, Emanuel Geibel (1815 – 1884)

Nach dumpfer Schwüle
Was mir so frisch
Mit unsichtbarem Fittich
Die Stirne rührt,
Bist du’s endlich,
Himmelstochter Genesung?

Leise sinkt’s wie Gewölk
Zerrinnender Nebel
Mir von den Sinnen!
Klarer, tiefer
Dünkt mir der Himmel,
Der Quellen Wogen
Rührt wie ferne Musik
Mein erwachend Ohr,
Und von den Wipfeln
Der schwarzen Tannen
Auf mich hernieder
Dämmern Gedanken.
Ach, noch kann ich dich nicht
Fassen, o Muse,
Noch versagst du
Dem irrenden Finger
Dein Saitenspiel;
Aber schon spür‘ ich
In ahnender Seele
Dein tröstlich Nahen,
Im Windesodem
Flattert dein Hauch schon,
Und seh‘ ich fern durch die Stämme
Auf Waldeswiesen
Des Sonnenstrahls
Bewegtes Spielen,
So ist mir’s oft,
Es sei das Wallen
Deines weißen Gewandes.

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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