FRÜHLINGSGEDICHTE …, Mailied – Frederike Brun

Mecki49 / pixelio.de

Feier der Lebenden und der Todten

Wonne schwebet,
Lächelt überall;
Schwebt am lichtbegrünten Hügel,
Lächelt aus der Fluthen Spiegel.
Wonne schwebet,
Lächelt überall!

Liebe waltet,
Wirket überall;
In des Haines kühlem Raume,
In dem weissen Blüthenraume.
Liebe waltet,
Wirket überall!

Unschuld wallet,
Unsichtbar doch nah‘!
Wallt auf hohem Buchenwipfel,
Weilt im Nestchen unterm Gipfel.
Unschuld wallet,
Unsichtbar doch nah‘!

Freude tönet,
Jauchzet fern und nah‘!
Auf dem dichtbeblümten Rasen
Hüpfen Kindlein, Lämmer grasen.
Freude tönet,
Jauchzet fern und nah‘!

Auf! und windet
Kränze, Mägdelein!
Unschuld, Wonn‘ und Liebe walten!
Seht die Blümlein sich entfalten!
Auf! und windet
Kränze, Mägdelein!

Hüpfend schwinget
Euch im Maientanz!
Horch! der Kukuk, fern am Weiher,
Ruft dem Sommer! Frühlingsfeier
Währt – ach! währet
Wie der Blüthenkranz!

Wehmut dämmert
Tief im Blumenkelch!
Seht sie in des Thaues Perlen!
Hört sie klagen unter Erlen!
Wehmut dämmert
Tief im Blumenkelch!

Töne leiser,
Sanfter Freuden Chor!
Geister schweben in den Lüften –
Geister wallen mit den Düften –
Töne leiser,
Sanfter Freuden Chor!

Frühling blühet
Auf der Todtengruft!
Nur dem Tod‘ entkeimt das Leben.
Seht die Schmetterlinge schweben!
Hoffnung waltet
Ob der Todtengruft!

Frederike Brun 1765-1835

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Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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4 Antworten zu FRÜHLINGSGEDICHTE …, Mailied – Frederike Brun

  1. Eulencamperin schreibt:

    Schönes Gedicht. Drückt so richtig die Freude nach den damals noch so langen und kalten Wintern aus.

    Gefällt 1 Person

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