MUTTERTAG… EIN GANZ BESONDERER TAG…


Der Ursprung des Muttertagfestes ist im Altertum zu finden.

Die Göttin Rheia, bedeutet Fluss des Lebens, war die Tochter des Uranus und der Gaea. Sie war die Mutter aller Gottheiten und wurde bei den alten Griechen als Urmutter verehrt. Der Mutterkult, ihr zu Ehren, wurde im Rahmen eines Frühlingsfestes gefeiert. In der Encyklopädia Britannica ist folgendes zu lesen: „Ein Fest, das von dem Brauch des Mutterkults im alten Griechenland abgeleitet wurde. Ein förmlicher Mutterkult mit Zeremonien für Kybele oder Rheia, die große Göttermutter, wurde an den Iden des März in ganz Kleinasien getrieben.“


Im England des 13. Jahrhunderts wurde der Sonntag Laetare als „mothering sunday“ begangen. An dem Tag dankte man der Mutter Kirche für ihre Mutterschaft und auch der leiblichen Mutter wurde gedankt. Schon um 1644 wurde berichtet: Jeder Mid-Lent Sonntag ist ein großer Tag in Worcester, wenn alle Kinder und Enkelkinder dem Kopf der Familie ein Fest bescheren. Sie nennen es Mothering Day. Die auswärts lebenden Kinder nutzten diesen Sonntag, um die Eltern zu besuchen (go a-mothering) und sich bei der Mutter mit kleinen Geschenken zu bedanken.


In Thüringen war Lätare (Mittfastensonntag) ein allgemeiner Besuchstag mit großzügiger Bewirtung von Verwandten. Aus der Champagne und Wallonien sind änliche Traditionen bekannt.


Am zweiten Sonntag im Mai wird in vielen westlichen Ländern Muttertag geifeiert. Dieser Tag ist ein Feiertag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft. Im 20. Jahrhundert hat er sich in der westlichen Welt etabliert. Seinen Ursprung hat der Muttertag in der englischen und amerikanischen Frauenbewegung.

Die Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte schon 1865 den Mothers Friendsships Day zu gründen. Es war eine Mütterbewegung, wo sich bei den Meetings Mütter zu aktuellen Fragen austauschen konnten. 1870 wurde von Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag Initiative gegründet. Der Sinn dieser Initiative war, dass die Söhne nicht in den Kriegen geopfert werden sollten. Am 12. Mai 1907 veranstaltete die Tochter der Ann Maria Reeves Jarvis, die Methodistin Anna Marie Jarvis, den Memorial Mothers Day Meeting. Diese Veranstaltung fand in Grafton statt. Es war der Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter. Auf Drängen der Frauen der Methodistenkirche, wurde im darauffolgenden Jahr, wiederum am zweiten Sonntag im Mai, allen Müttern eine Andacht gewidmet. Vor der örtlichen Kirche ließ Anna Maria Jarvis 500 weiße Nelken an andere Mütter verteilen. Es sollte ein Ausdruck ihrer Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter sein.

Anna Maria Jarvis hatte es sich zum Ziel gemacht, einen offiziellen Muttertag zu schaffen. Sie verwendete ihre ganze Energie dafür und wurde für dieses Ziel hauptberuflich tätig. Sie schrieb Briefe an Politiker, Geschäftsleute, Geistliche und Frauenverbände. Da die Bewegung rasch wuchs und großen Zuspruch hatte, wurde schon 1909 der Muttertag in 45 Staaten der USA gefeiert. 1912 wurde er von den Methodisten in West Virginia eingeführt. Als Zeichen der Liebe und Verehrung der Mütter, beschloss am 08.05.1914 der US-Kongress, dass am 2. Sonntag im Mai Muttertag gefeiert werden sollte. Der Präsident sollte an diesem Tag die öffentlichen Gebäude beflaggen lassen. Somit wurde der Muttertag zum ersten Mal als nationaler Feiertag begangen.

Irgendwann hat Anna Maria es bereut, diesen Tag ins Leben gerufen zu haben. Sie war mit der Kommerzialisierung des Gedenktages nicht einverstanden und kämpfte vergeblich gegen seine Abschaffung.


In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 auf Betreiben des Blumenverbandes (Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber) forciert. Zuerst mit Schaufensterplakaten “ Ehret die Mütter“ dann mit Veranstaltungen bis hin zu Muttertagspoesie, wurde der erste Muttertag am 13.Mai 1923 eingeführt. 1926 wurde die Propaganda-Arbeit an die Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung übertragen. Es sollten Kirchen und Schulen gewonnen werden, damit die Regierung den Muttertag als offiziellen Feiertag festlegt.

In der NS-Zeit wurde der Muttertag mit der der Idee der „germanischen Herrenrasse“ verbunden. Mütter von vielen Kindern wurden als Volksheldinnen geehrt, weil sie für den „arischen Nachwuchs“ sorgten. 1933 wurde der Muttertag erstmals am 3.Maisonntag als offizieller Feiertag gefeiert. 1934 hieß der Muttertag „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“. Die religiös wirkenden Feierlichkeiten (Mütterweihen) wurden sogar in Konkurrenz zu christlichen Feiern gesetzt. 1938 wurde zusätzlich das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ eingeführt. Am 21. Mai 1939 wurde es zum erstenmal am Muttertag verliehen.

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949, wurde der Muttertag erst wieder 1950 gefeiert. Der Muttertag ist kein gesetzlicher Feiertag. Die Wirtschaftsverbände und Floristenverbände haben den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag festgelegt. Zum Muttertag werden, noch vor dem Valentinstag, die größten Blumenumsätze des Jahres gemacht. Sollte der Muttertag allerdings auf den Pfingstsonntag fallen, kann der Muttertag auf den vorherigen Sonntag verlegt werden.

Traditionell werden am Muttertag Blumen verschenkt. Oft wird neben den Blumen ein Muttertagsgedicht überreicht oder vorgetragen. In den Kindergärten wird für die Mütter gebastelt, was das Zeug hält.

ALLEN MÜTTERN
wünsche ich
einen
unvergäßlich
schönen
Tag.

Gabriele


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Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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10 Antworten zu MUTTERTAG… EIN GANZ BESONDERER TAG…

  1. Eulencamperin schreibt:

    Die Liebe zur Mutter, das gegenseitige Vertrauen, die Wertschätzung sollte nicht durch einen Tag im Jahr zur „Pflicht“ werden.
    Eben haben wir fern gesehen, die NDR Quizshow. Heute haben sie dort ca. 12-jährige Kinder als Kandidaten. Der Moderator stellte einem der Kinder die Frage, was Muttertag für es bedeute. Die Antwort:“Blumen für Mama, Geschenke, Frühstück machen, Brötchen holen“
    Ok, hört sich wirklich an wie ein Muttertags-Katalog.
    Muttertag? Brauche ich nicht. Ich denke oft an meine Mutter, besuche sie und mein Sohn zeigt mir an jedem Tag seine Liebe, sein Vertrauen und seine Wertschätzung. Und ich zeige es ebenfalls- meiner Mutter, meinem Sohn, meinem Mann.
    Blumen blühen am schönsten im Garten, im Park, in der Natur. In der Vase fangen sie nach wenigen Tagen an zu welken und das Wasser zu stinken.
    Außerdem gibt es inzwischen für alles und jeden einen „Tag“, nur mal der Mai:
    3. Mai
    Welttag der Pressefreiheit
    10. Mai
    Weltzugvogeltag
    15. Mai
    Internationaler Tag der Familie
    17. Mai
    Weltfernmeldetag und Welttag der Informationsgesellschaft
    21. Mai
    Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung
    21. Mai 2016
    Vesak-Tag
    22. Mai
    Internationaler Tag der biologischen Vielfalt
    23. Mai
    Internationaler Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln
    29. Mai
    Internationaler Tag der Friedenssicherungskräfte der Vereinten Nationen
    31. Mai
    Weltnichtrauchertag

    Noch Fragen?
    Trotzdem wünsche ich einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die neue, hoffentlich sonnige Woche.
    Liebgrüßle
    Rika

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    • Gabryon schreibt:

      Liebe Rika, ursprünglich war es auch ganz anders gedacht, so ein Muttertag. Erst auf betreiben des Blumenverbandes 1922, wurde der Muttertag das, was er jetzt ist – kommerziell ausgerichtet.

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      • Eulencamperin schreibt:

        Ja, liebe Gabriele, genauso hast Du es ja in Deinem informativen und interessanten Bericht be- und geschrieben. Ich erinnere mich auch noch an den Muttertag von früher, als ich noch Kind war. Wir deckten den Frühstückstisch nicht, das tat meine Mutter, denn sie musste haushalten und entschied allein, was auf den Tisch kommt. Aber dafür haben wir den Tisch später abgeräumt und den Abwasch OHNE AUFFORDERUNG erledigt. Wir waren den ganzen Tag richtig artig, haben uns nicht gestritten *grins* und waren leise, damit Mutti tatsächlich mal ihre Ruhe hatte. Wir haben ihr natürlich auch Blümchen geschenkt – die hatten wir frühmorgens auf der Wiese und im Feld gepflückt. Meine Mutter sagt noch heute, dass das immer die schönsten Sträuße für sie waren….
        Heute können / dürfen die Kinder nicht mehr einfach Blümchen pflücken, was der Kommerz natürlch ausnutzt.
        Mir war eine kleine, selbstgestaltete Aufmerksamkeit meines Sohnes 1000 mal lieber, als die Zwangsblumen-Abgabe an mich durch seinen Erzeuger.
        Liebgrüßle
        Rika

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        • Gabryon schreibt:

          Ich hatte oft Feldblumen für meine Mutter gepflückt und das nicht nur zum Muttertag.
          Liebe Rika, wir sind ganz anders aufgewachsen. Das Einzige, was es in Überfluss gab, das war die Liebe der Eltern, der Familie. Und wir waren glücklich.

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          • Eulencamperin schreibt:

            Ja, das gute an der guten alten Zeit war die Zufriedenheit, die den Menschen noch innewohnte. Keiner „musste“ das haben was andere sich zulegten. Was man hatte wurde sorgsam behandelt, gegebenenfalls repariert und Neues gab es selten. Die Frau wirtschaftete und war für die Kinder präsent. Der Vater ging arbeiten. Ich glaube, dass viele Frauen das heute gerne genauso handhaben würden – nur bei vielen reicht dann das Geld nicht und diejenigen, die könnten schwimmen im Mainstream mit um sich keinem Gespött und / oder Herablassung auszusetzen.
            Auch müsste es mit der Altersvorsorge besser laufen: wer zuhause bleibt, sollte für seinen Beruf als Mutter ebenfalls ausreichend Rente erhalten. Ach – es hat alles Vor- und Nachteile….

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            • Gabryon schreibt:

              Genau so denke ich auch! Den Frauen wird man nicht gerecht. Man versucht es, aber das reicht bei Weitem nicht. Es gibt noch so viele Baustellen aber Frauen, Kranke, Alte und Kinder haben keine Lobby. Und somit wird nur Häppchenweise etwas vorangetrieben. Früher stand die SPD für Soziales. Seitdem sie an der Regierung sind, bleibt das Soziale auf der Strecke, bzw. wird abgebaut. Mich wundert es nicht, dass Viele ihr den Rücken kehren.

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  2. Sternenschimmer schreibt:

    Ich trage das Andenken meiner schon vor langer Zeit verstorbenen Mutter, nicht nur am Muttertag, im Herzen.

    LG Lilo

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  3. lesenbiene schreibt:

    Wie schön liebe Gabriele. Meine Mutter hat ihren Platz in meinem Herzen denn sie lebt schon lange ni und mehr . Hab einen schönen Tag.

    LG Biene

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    • Gabryon schreibt:

      Liebe Biene, meine Mutti ist jetzt auch schon 13 Jahre tot. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Sie denke.
      Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag.
      LG
      Gabriele

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