NEBELUNG – DER NOVEMBER…

Im Kirchenjahr gilt der November als ein Monat der Besinnung und des Gedenkens. Von den meisten Menschen jedoch wird dieser Monat als nachdenklich und trist empfunden. Im Gregorianischen Kalender ist es der elfte Monat. Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun).
Der November hat 30 Tage.

 

  

Früher im Altdeutschen hieß der November auch:

Nebelung          wegen der vielen Nebel
Windmonat      wegen der Herbststürme
Wintermonat    wegen der vorwinterlichen Zeit
Schlachtmond  wegen des Schlachtens der Schweine in dem Monat (das Fleisch hielt länger)
oder auch „Dritter Herbstmond“.  Der Herbstmond beginnt im September, Oktober ist der zweite und der November der dritte Herbstmond.

Die Namen wurden vom Karl dem Großen, im 8.Jahrhundert, eingeführt.

  

Wettermäßig ist der November ein Übergangsmonat vom goldenen Oktober in die vorwinterliche Zeit.
Es ist nass, neblig und manchmal fällt auch der erste Schnee. Die Arbeiten in der Natur sind für die Landwirte erledigt.
Die Ernte ist eingefahren und somit werden alle anderen Arbeiten ins Haus verlegt.

  

 

Im November wird von der katholischen Kirche allen Heiligen, Märtyrern und den Verstorbenen gedacht.
Diese Gedenktage sind immer am:

1. NOVEMBER –  ALLERHEILIGEN
2. NOVEMBER –  ALLERSEELEN

An Allerseelen beten die Katholiken für die Verstorbenen und bitten für einen schnellen Aufstieg in den Himmel. Die Gräber werden festlich geschmückt und man stellt eine kleine Lampe auf das Grab. Sie ist das Symbol für das ewige Licht. Früher hat man am Familientisch ein Gedeck für die Verstorbenen des letzten Jahres aufgestellt. Man glaubte, dass die Verstorbenen an diesem Tag ein letztes Mal zurückkehren würden, wo sie gelebt hatten.

 

 

Die evangelische Kirche gedenkt ihrer Verstorbenen am Totensonntag. Es ist der Sonntag vor dem ersten Advent.
An diesem Tag, dem Totensonntag, feiert die katholische Kirche ihren Christkönigssonntag. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Der Totensonntag ist kein gesetzlicher Feiertag, aber in Deutschland ist es ein stiller Feiertag .

  3. NOVEMBER – HUBERTUSTAG

An diesem Tag gedenkt die katholische Kirche des heiligen Hubertus. Der Hl. Hubertus war der Bischof von Maastricht und Lüttich. Der Legende nach, hat Hubertus an einem Feiertag gejagt und ihm ist ein weißer Hirsch, mit einem goldenen Kreuz im Geweih, erschienen. Er soll zu einem Leben in Glaube und Enthaltsamkeit bekehrt worden sein. Seit dem gilt er als Patron der Jäger und Schützen. Das Fest des Hl. Hubertus soll die Jäger daran erinnern, dass sie ihr Handwerk waidgerecht und mit Achtung gegenüber dem Tier ausüben. Für die Jäger und Förster ist es heute ein großer Festtag. In früheren Zeiten begann man am Hubertustag mit der Jagd auf das Rotwild. In vielen Gegenden ist die Hubertusjagd ein Volksfest, das mit viel Jägerlatein und Kräuterlikör gefeiert wird.

Ein weiterer Gedenktag der katholischen Kirche ist der 11. November. Hier wird dem Hl. Martin von Tours gedacht (der Martinstag).

MARTINSTAG

Die Legenden über den heiligen Martin:
Es wird erzählt, dass Martin entgegen seinem Willen zum Bischof von Tours geweiht werden sollte. Aber das Volk von Tours drängte ihn zu diesem Schritt. Bescheiden, wie er sein Leben führte, hielt er sich für unwürdig eine so große Verantwortung zu tragen. Er hatte sich deshalb in einem Gänsestall versteckt. Die Gänse waren jedoch aufgeregt und hatten so laut geschnattert, dass Martin gefunden wurde und geweiht werden konnte.

Nach einer anderen Erzählung, griffen die Bürger von Tours zu einer List, indem ein Rusticus zu Martins Versteck gegangen sei und diesen gebeten hatte, seine kranke Frau zu besuchen. Hilfsbereit, wie Martin nun einmal war, hatte er seine Sachen genommen und den Rusticus nach Hause begleitet. Da er wahrscheinlich ziemlich schmutzig aus sah, hatte man angenommen, dass er eine Zeit lang in einem Gänsestall gelebt hatte.

Eine weitere Geschichte besagt, dass eine schnatternde Gänseschar in den Kirchraum gewatschelt kam und den Bischof Martin bei seiner Predigt unterbrochen hatte. Die Gänse sind gefangen genommen worden und wurden zu einer Mahlzeit verarbeitet.



In vielen, nicht nur deutschsprachigen Regionen, sind Umzüge zum Martinstag üblich. Bei den Umzügen ziehen Kinder mit meistens selbst gebastelten Laternen, zum Gedenken des Hl. Martin, durch die Straßen der Dörfer und Städte.
Begleitet wird der Zug von einem als römischer Soldat verkleideten Reiter, der einen roten Mantel trägt. Dieser Soldat sitzt auf einem Schimmel und stellt den heiligen Martin dar. In manchen Orten wird dieser Brauch auch „Martinsritt“ genannt.
Häufig wird auch die Schenkung des Mantels an einen Bettler nachgestellt. Bei dem Umzug werden Martinslieder gesungen. Zum Abschluss gibt es häufig ein großes Martinsfeuer. Vielerorts erhalten die Kinder einen Weckmann aus Hefeteig mit Rosinen, der regional unterschiedliche Bezeichnungen trägt. „Martinsmann“ oder „Dambedei“ heißt er in Baden und „Stutenkerl“ in Westfalen.

In Süddeutschland sind kleine „Martinsgänse“ aus Keks- oder Hefeteig oder auch Laugenbrezeln üblich. In einigen Teilen des Ruhrgebiets, des Sauerlands und anderen Teilen Deutschlands erhalten die Kinder eine Martinsbrezel. Es ist eine Brezel aus süßem Hefeteig, bestreut mit Hagelzucker.
Bei uns in Krefeld bekommen die Kinder eine Martinstüte mit Süßigkeiten gefüllt.
Natürlich ist der Stutenkerl auch drin.

 

Stutenkerl

 

Viel wahrscheinlicher als diese Legenden ist es, dass eine am Martinstag Lehnspflicht, eine Art Abgabe, fällig war. Da diese häufig aus einer Gans bestand, bildete sich die Bezeichnung Martinsgans heraus. Und weil der Martinstag traditionell mit einer Kirmes oder einem Tanzmusikabend gefeiert wurde, bot es sich an, die Gans zum Festessen zu machen und sie zu verspeisen. Traditionell wird die Gans in Deutschland mit Rotkohl und Semmelknödeln oder Kartoffelklößen gegessen.

 

 

Im Anschluss an den Martinszug wird vielerorts auch das Martinssingen praktiziert. Die Kinder gehen mit ihren Laternen von Haus zu Haus mit Gesang, und bitten um Süßigkeiten, Gebäck, Obst und andere Gaben.. Es gibt zahlreiche lokale Bezeichnungen für diesen Brauch, im Rheinland nennt man es „Kötten“, „Schnörzen“, „Dotzen“ oder „Gribschen“.
Ein ähnlicher Brauch ist das Martinisingen in Ostfriesland und anderen evangelischen Gegenden, das am Abend des 10. November stattfindet und sich auf Martin Luther bezieht. Dazu zählt auch das „Hammer-Hüt“ ,benannt nach dem Klopfen mit einem Hammer auf eigens dazu angebrachten Brettchen. (Quelle: Wikipedia)

Zwei Sonntage vor dem 1. Advent findet immer der Volkstrauertag statt. An diesem Tag wird an die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege und den Opfern der Gewaltherrschaft gedacht. Zwischen dem Volkstrauertag und dem Totensonntag liegt der Buß- und Bettag. Es ist ein Feiertag der evangelischen Kirche. Die Gläubigen sollen sich an diesem Tag mehr Gott zuwenden, zu Gott beten und ihre Sünden bereuen.

Der erste Adventssonntag liegt meistens als letzter Sonntag im November.
Mit dem 1. Advent beginnt die Adventszeit und es beginnt auch das Warten auf Weihnachten.

 30. NOVEMBER  ST. ANDREAS

Um diesen Tag gibt es viele Orakel und Bräuche. Sie werden Andreas ? Orakel genannt und es dreht sich um die Liebe. Der Apostel Andreas gilt als Verkünder der Zukunft.

Andreas-Orakel

Tremmelziehen (Sachsen):
Das Mädchen zieht um Mitternacht schweigend einen Holzscheit, einen Tremmel aus dem Holzstoß. Ist dieser gerade, bekommt sie einen schönen, gerade gewachsenen Mann, ist er krumm, bekommt sie einen krummen alten Mann.

Apfelorakel (Hessen):
Das Mädchen muss sich von einer Witwe,schweigend, ohne sich zu bedanken, einen Apfel schenken lassen.
Die eine Hälfte des Apfels soll sie vor Mitternacht essen und die andere Hälfte um Mitternacht.
Nachts wird sie dann von ihrem zukünftigen Mann träumen.

   

 

Weinorakel (im Harz):
Das Mädchen muss vor dem Schlafengehen zwei Becher Wein trinken.
Nachts träumt sie dann  von ihrem zukünftigen Ehemann.

 

 

Andreasreiser:
Am Andreastag schneidet man nach einem besonderem Ritual Zweige und stellt sie ins Wasser. Sie müssen um sechs Uhr, um neun oder um zwölf Uhr geschnitten werden.
Die Zweige müssen von sieben bzw. neun verschiedenen Sträuchern und Bäumen sein. Während man die Zweige schneidet, darf man nicht sprechen und es darf niemand einen dabei beobachten.
Drei der Zweige werden mit farbigen Bändern, umwunden. Sie symbolisieren die drei Wünsche. Wenn die Zweige zu Weihnachten blühen, dann gehen die Wünsche in Erfüllung.



BAUERNREGELN

Ist der November kalt und klar, wird trüb und mild der Januar.
Tummelt sich im November die Haselmaus, bleibt der Winter noch sehr lange aus.
Bringt November Morgenrot, der Aussaat dann viel Schaden droht.
Wenn rauh des Hasen Fell, ist der Winter bald zur Stell.
Wenn im November die Wasser steigen, wird sich im Frühling viel Regen zeigen.
Fällt im November das Laub sehr früh zur Erden, soll es nächstes Jahr ein feiner Sommer werden.
Wenn im November die Sterne stark leuchten, lässt dies auf baldige Kälte deuten.
Friert im November früh das Wasser, dann wird der Jänner um so nasser.
Im November wässere die Wiesen, wenn das Gras soll reichlich sprießen.
Sitzt im November das Laub fest an den Ästen, kommt bald der Winter mit strengen Frösten.
Fliegen im November noch Sommerfäden, wirst du lang‘ nicht vom Frühling reden.

1. November- Allerheiligen
Bricht vor Allerheiligen der Winter ein, so herrscht um Martini (11.November) Sonnenschein.
Allerheiligen feucht, wird der Schnee nicht leicht.
Allerheiligenreif macht den Winter stark und steif.

4. November- Karl, Karolus
Wenn`s an Karolus stürmt und schneit, lege deinen Pelz bereit.
Und heiz dem Ofen wacker ein – bald zieht die Kälte bei dir ein.

11. November – Martin
Ist es um Martini trüb, wird der Winter auch nicht lieb.
Nach Martinitag viel Nebel sind, so wird der Winter meist gelind.
Wenn um St.Martin Regen fällt, ist`s um den Weizen schlecht bestellt.

15. November – Leopold
Der heilige Leopold ist dem Altweibersommer hold.

17. November- Gertrud
Tummeln sich an Gertrud noch Haselmäuse, ist es noch weit mit des Winters Eise.

19. November – Elisabeth
St.Elisabeth sagt`s an, was der Winter für ein Mann.

20. November- Mariä Opferung, Mariä Tempelgang
Mariä Opferung klar und hell, naht ein strenger Winter schnell.
Mariä Opferung klar und hell, macht den Winter streng und ohne Fehl.

23. November – Klemens
Dem heiligen Klemens traue nicht, er hat selten ein mild Gesicht.

25. November- Katharina
Wie das Wetter um Kathrein, wird auch der nächste Hornung sein.
Schafft Katharina vor Frosten sich Schutz, so watet man lange draußen im Schmutz.
Wie das Wetter an Sankt Kathrein, wird es den ganzen Winter sein.

26. November- Konrad
Noch niemals stand ein Mühlenrad an Konrad, weil er Wasser hat.

27. November- Virgilius
Friert es auf Virgilius, im Märzen Kälte kommen muss.

30. November- Andreas
Andreasschnee tut den Saaten weh.
Es verrät dir die Andreasnacht, was wohl so das Wetter macht.
Hält St.Andrä den Schnee zurück, so schenkt er reiches Saatenglück.

NOVEMBER
Heinrich Seidel

Solchen Monat muss man loben;
Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein,
und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ’ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinanderwirbelt
und sie hetzt ohn‘ Unterlass;
Ja, das ist Novemberspaß!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelstau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Und an jeder Traufe hängt
Trän‘ an Träne dicht gedrängt.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch unvernünft’ges Toben
Schon im voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Gräuel schauen zu!

 

Ich wünsche ALLEN meinen Freunden und Lesern einen wunderschönen November.
Genießt die dunkle Jahreszeit bei Kerzenlicht, leckeren Düften, einem guten Buch und vielleicht auch beim  Glas Wein.
Macht es Euch so richtig gemütlich.

Gabriele

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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6 Antworten zu NEBELUNG – DER NOVEMBER…

  1. summerwind68 schreibt:

    Hallo Gabriele,
    da hast du dir viel Mühe gemacht und die Besonderheiten dieses Monats zusammengetragen.
    Es war interessant zu lesen, die Bauernregeln lese ich besonders gerne, da kannte ich auch einige noch nicht.
    Schick dir liebe Grüße in den Abend
    Claudia

    Gefällt 1 Person

  2. keinbisschenleise schreibt:

    Liebe Gabriele,
    ein sehr interessanter Beitrag und ein ganz ❤ liches Dankeschön für die lieben Wünsche.

    Bei uns führt er sich ja super ein, mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen 😉
    Auch dir einen schönen und besinnlichen November und ganz liebe Grüsse,

    Uschi

    Gefällt 1 Person

  3. kowkla123 schreibt:

    ich bin begeistert, sowas Tolles habe lange nicht gesehen,, einen schönen Sonntag wünsche ich

    Gefällt 1 Person

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