Unsere Freunde, die Blumen… Der Löwenzahn und Pusteblume…

Lieber kleiner Löwenzahn,
Ich schaue dich so gerne an.
So viele Sonnen vor dem Haus,
Ich such‘ mir die schönste aus.
Lieber kleiner Löwenzahn,
Ich schaue dich so gerne an.
Deine Schirmchen schweben fort,
Bald wächst du am anderen Ort.
Autor unbekannt.

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) stammt aus einer Gruppe der Familie der Korbblütler. Der Gattungsname Taraxacum kommt aus dem arabischen.
Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 10 cm bis 30 cm erreicht und in allen Teilen einen weißen Milchsaft enthält.
Der Gewöhnliche Löwenzahn stammt ursprünglich aus dem westlichen Asien und Europa. Durch menschliches Verschleppen ist er auch auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Auf der Südhalbkugel kommt er nur sporadisch vor.
In Mitteleuropa ist er ein häufiges Wildkraut auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Er besiedelt schnell Brachflächen, Schutthalde und Mauerritzen. Die Blütezeit ist von April bis Juni. Meistens blüht er im Spätsommer bis in den Herbst noch einmal.

Es gibt über 500 mundartliche und umgangssprachliche Bezeichnungen für den Löwenzahn und die spiegeln seinen Bekanntheitsgrad wider. Hier die gebräuchlichsten Namen: Augenmilch, Augenwurz, Bärenzahnkraut, Bayrischer Enzian, Bettpisser, Butterblume, Eierkraut, Franzosensalat, Hahnenspeck, Hundeblume, Kettenblume, Kuhblume, Kuhlattich, Laternenblume, Lichtbloom, Märzblume, Maiblume, Marienzahn, Melkdistel, Milchdistel, Milchstöck, Pappenstiel, Pfaffenkopf, Pfaffenplatte, Pferdeblume, Pissnelke, Pusteblume, Röhrlkraut, Schäfchenblume, Schweineblume, Sonnenwurzel, Teufelsblume, wilde Zichorie.

Die Pflanze enthält den Bitterstoff Taraxacin und schon die Araber im frühen Mittelalter wussten den Löwenzahn als Arzneimittel einzusetzen. Die ganze Pflanze enthält einen weißen Milchsaft.
 Die Liste der Beschwerden, bei denen Löwenzahn erfolgreich zum Einsatz kommt, ist entsprechend lang. Der Löwenzahn bietet nicht nur reichlich Nahrung für Insekten, sondern auch für andere Tiere. Für den Menschen ist er ein Tausendsassa.

Die Blätter waren schon vor rund 400 Jahren äußerst beliebt als Gemüse. Vor allem in Frankreich bereitet man seit Mitte des 17. Jahrhunderts bevorzugt Salat daraus zu. Als Blattsalat kann man den Löwenzahn in türkischen Geschäften finden. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter werden als Salat verarbeitet. Mit einer Speck-Rahmsoße gilt Löwenzahnsalat als Delikatesse. Die traditionelle Südthüringer Küche kennt viele Gerichte, in denen Löwenzahn verwertet wird. In Lauscha wird am ersten Samstag im Mai der Mellichstöckdooch begangen, an dem diese Gerichte vorgestellt und angeboten werden. Aus den gelben Blüten kann man einen wohlschmeckenden, Honig ähnlichen Sirup machen oder Gelee als Brotaufstrich. In den Nachkriegsjahren, und heute wieder, wurde aus den getrockneten Wurzeln des Löwenzahns Ersatzkaffee hergestellt.

Sogar auf der Rückseite der früheren 500-DM-Banknote war seit 1992 ein Löwenzahn aus einem Buch von Maria Sibylla Merian von 1679 abgebildet. Auf dem Löwenzahn saß eine Raupe, und ein Falter des Grauen Streckfußes.

In manchen Gegenden gilt der Löwenzahn als Wetterzeichen: Wenn er gegen Abend noch offen ist, gibt es eher schlechtes Wetter.

Die Indianer Nordamerikas rauchten die getrockneten Blätter bei ihren schamanischen Ritualen.

In der Nacht vor Allerheiligen, Samhain, Halloween gehört Löwenzahn zum sogenannten „Samhain-Ritual“ mit Weissagungn und Totenbeschwörungen.

Wenn sieben Wurzeln an St. Bartholomäus vor Sonnenaufgang gegraben wurden, trug man diese in einem Säckchen als Amulett gegen Augenleiden.

Wenn man sich mit Löwenzahn den Körper einrieb, erfüllte sich nach altem Hexenglauben jeder Wunsch.

Der Löwenzahn war früher für Kinder eine Spielblume.
Aus den Blüten wurden Kränze und Ketten angefertigt und auch heute noch macht es den Kindern Freude den Samen der „Pusteblume“ ab zu blasen.
Vor allem die Mädchen orakelten früher aus der Anzahl stehen gebliebener Früchte, wie viele Jahre es noch bis zur Hochzeit oder verbleibende Lebensjahre vergehen würden.

Oder wenn nach dem Auspusten der Fruchtboden weiß ist, dann kommt man in den Himmel.
Ist er jedoch schwarz, dann kommt man ins Fegefeuer.

Wenn man alle Früchte auf einmal weg pusten kann, so ist man ein Glückskind, ein Engel.
Schafft man es nach dem dritten Pusten, werden die Wünsche fortgetragen und gehen in Erfüllung.

In der Symbolik sagt der Löwenzahn: Gesundheit siegt!

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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