Das Ende des Balkankrieges…

Dieses Couplet wurde unter dem Titel „Die Balkanwirren“ am 29.1.1913 bei der Deutschen Grammophon aufgenommen

Auf dem Balkan war wieder mal,
wie so oft, ein Mords-Skandal.
Der Kranke Mann ward malträtiert
und von vier Seiten schikaniert.
An jedem Arm packt einer an –
an jedes Bein ein andrer dann.
Den Sultan zwickten dort – oh je! –
Die heiligen vier Könige.
Zuerst kam Montenegro –
das kleine Montenegro,
das zog zum Kampf Allegro –
mit kleinem fängt man an.

Dort rief der König Nikita:
„Ihr Männer kommt von fern und nah!
Lasst eure Hammel jetzt im Stall
und zieht zum Kampfe Knall und Fall.“
Dann zählt er die Soldatenschar
und sprach erfreut: „Wie wunderbar!
Stell‘ ich mich jetzt noch vorne ‚ran,
dann sind wir g’rade hundert Mann!“ – – –
Und dann ging’s los in Serbien,
die woll’n sich Ruhm erwerbien,
woll’n sterbien und verderbien
fürs teure Vaterland!

Dort rief der König Peter aus:
„Ihr Serben, zieht zum Kampf hinaus!
Nehmt, was ihr kriegt – nehmen immer mehr,
denn Krieg, das kommt von „kriegen“ her.
Hier habt ihr Pulver, doch ich bitt‘:
Nehmt auch Insektenpulver mit,
dann könnt bezwingen ihr vereint
den innern und den äußern Feind.“ – – –
Und dann knallt’s in Bulgarien –
dort wohnen tapf’re Scharien –
die trotzen den Gefahrien
im Lande Ferdinands.

Ja, um die Stirne Ferdinands,
da flicht sein Volk den Siegeskranz –
und alles jubelt, lacht ihm zu:
„Ach, Ferdinand, wie schön bist du!“
Er aber, mutig, stolz und hehr,
er reitet hinter seinen Heer.
„Ich bin euch trotzdem“, ruft er aus,
„Um eine Nasenläng‘ voraus!“ – – –
Und dann, dann komm’n die Griechen.
Die ollen Griechen kriechen –
Sie kommen, seh’n und siegen (sprich: siechen)
die Griechen kriegen Land.

Nun ging es los – es war die Schlacht
auf allen Seiten bald entfacht.
Es siegte jener mal und der –
man wusste überhaupt nicht, wer. – – –
Der Nikita, der hat gelacht,
hat ganz Europa bang‘ gemacht –
zog endlich dann nach langer Zeit
aus Skutari und sang erfreut:
„Ballt ruhig eure Fäuste –
ich war ja doch der Schläuste –
ich kriege doch das Meiste
und lach‘ euch alle aus!“

Otto Reutter

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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