Der Ruhrbergmann…

Mehr denn vier Jahre sind ins Land gezogen,
seit dem der grimme Krieg zu Ende ging.
Ging er zu Ende? Glätten sich die Wogen?
Die Aussicht scheint noch heute sehr gering.
Stets mehr und mehr waren wir mit Grauen
Neid, Habsucht, Hass, wenn wir nach Westen schauen,
stets näher rückt von dort das „tapfre“ Heer,
sieht mutig ein Innenstädte ohne Wehr.
Das war die Absicht seit Beginn des Krieges,
das Ruhrgebiet war euer Sehnen nur, –
doch freut euch nicht zu früh des feigen Sieges, –
wir halten fest am Rhein und an der Ruhr!

Ich bin ein Bergmann – das ich sonst verfechte
politisch, kritisch – heut sei’s einerlei.
Ich kämpf‘, wie meine Herr’n, für Deutschlands Rechte,
erst kommt das Vaterland, dann die Partei.
Wir stehen, wenn das Vaterland in Flammen,
nicht rechts noch links, wir stehen dicht zusammen,
der sind auch wir zum Wanken nicht geneigt.
Wir sind nicht Schufte, die ihr Land verrieten,
wir lassen uns, trotz strengster Diktatur,
im Ruhrgebiet von Deutschen nur gebieten,
wir halten fest am Rhein und an der Ruhr!

Ihr tapfern Herren, wie wird euch erblühen
ein voller Sieg im Rhein- und Ruhrgebiet.
Im Rheinland ist vergeblich eure Mühen
und in Westfalen beißt ihr auf Granit.
Kommt ihr mit Schmeicheln, kommt ihr mit Beschwerde,
zu Deutschland hält der Sohn der roten Erde –
und ehern tönt der Ruf von Ruhr und Rhein:
„Wir können wehrlos, doch nicht ehrlos sein!“
Drum, wollt ihr hol’n, ihr „tapfern“ Heeresscharen,
die schwarzen Diamanten voll Bravour,
dann mögt ihr selber in die Grube fahren – –
wir halten fest am Rhein und an der Ruhr!

Wir schafften gern, trotz euerm Schrei’n und Kläffen,
um aufzubauen, was im Kriege fiel.
Wir war’n euch noch so stark, – den Nerv zu treffen,
war euer stetes, schlecht verhülltes Ziel.
Ihr wollt uns ganz – wollt auch die letzte Beute.
Warum? Aus Angst! Ihr fürchtet uns noch heute – –
Und was tut England und Amerika?
Es steht neutral, wo wir dem Ende nahe.
Sie tun, als ob sie unsern Ruf nicht hören,
sich heucheln nur, von Hilfe keine Spur.
Doch einerlei – mag alles sich verschwören,
wir halten fest am Rhein und an der Ruhr!

Ein Volk, so zäh und tapfer, kann nicht enden;
wir sind uns eins, sind alle stammverwandt –
und darum danken wir für eure Spenden,
die ihr uns schickt aus unbesetztem Land.
Wir woll’n den Dank euch durch die Tat erwidern,
wir wollen sein ein einzig’Volk von Brüdern,
dem Feind die Stirne bieten immerdar,
in keiner Not uns trennen und Gefahr.
Und käm‘ das Heer des ganzen Erdenballes,
wir trotzen mutig jeglicher Tortur –
wir Deutschen singen: „Deutschland über alles“ –
wir halten fest am Rhein und an der Ruhr!

Otto Reutter

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s