Unsere Freunde, die Blumen… Das Maiglöckchen…

Maiglöckchen

Augenkraut, Frauenträne, Faltrianblume, Maiblume, Maililie,
Lilie des Tales (lily of the valley).

Maiglöckchen und die Blümelein

Maiglöckchen läutet in dem Tal,
das klingt so hell und fein,
so kommt zum Reigen allzumal,
ihr lieben Blümelein!

Die Blümchen, blau und gelb und weiß
Sie kommen all herbei,
Vergißmeinnicht und Ehrenpreis
und Veilchen sind dabei.

Maiglöckchen spielt zum Tanz im Nu
und alle tanzen dann.
Der Mond sieht ihnen freundlich zu,
hat seine Freude dran.

Den Junker Reif verdroß das sehr,
Er kommt ins Tal hinein;
Maiglöckchen spielt zum Tanz nicht mehr.
Fort sind die Blümelein.

Doch kaum der Rief das Tal verläßt,
da rufet wieder schnell
Maiglöckchen auf zum Frühlingsfest
und leuchtet doppelt hell.

Nun hält’s auch mich nicht mehr zu Haus
Maiglöckchen ruft auch mich.
Die Blümchen gehn zum Tanze aus,
zum Tanzen geh auch ich!

Hoffmann von Fallersleben

Eines der beliebtesten Frühblüher ist das Maiglöckchen. Es trägt auch die Namen Maiblume, Maililie, Mairöschen und Maischellen. Die Blütezeit dauert von April bis Juni. Mit lateinischem Namen heißt das Maiglöckchen Convallaria majalis. Es ist eine Pflanzenart aus der artenarmen Gattung Convallaria und gehört der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) an. Das Maiglöckchen wächst vorwiegend in hellen Laubwäldern, mit nicht zu festem aber humusreichen Boden.

Maiglöckchen treten vermehrungsbedingt immer in dichten, kleinen Arealen auf. Das Wort Convallis bedeutet Talsenke. Die Talsenken, Eichen- und Buchenwälder, sind eines der bevorzugten Biotope, in dem das Maiglöckchen gut gedeiht. Die kleinen Blüten-Glöckchen hängen in Trauben an einem überhängenden Stängel und verströmen einen starken, süßen Duft. Aus den Blüten entwickeln sich später rote Beeren, die für medizinische Zwecke genutzt werden. Das Maiglöckchen ist fast in ganz Europa verbreitet. Es gibt nur drei Arten von Maiglöckchen und nur eine davon ist in Europa heimisch. Das aus der Zuchtform stammende rosa Maiglöckchen, ist jedoch weltweit sehr verbreitet. Wild wachsende Maiglöckchen stehen unter Naturschutz. Es ist verboten in freier Natur die Pflanzen zu Pflücken oder Auszugraben.

Gabriel von Lebenstein erwähnte Anfang des 15. Jahrhunderts erstmals das Maiglöckchen als Heilpflanze und die Wirkung des Destillats auf verschiedene Erkrankungen. Darin wurde das Maiglöckchen als Lilium convalium, Marienblume, beschrieben. Das Blütenöl des Maiglöckchens wird häufig Parfüms zugesetzt. Das Maiglöckchen wird insgesamt als sehr stark giftig eingestuft. 2014 wurde das Maiglöckchen zur Giftpfla.nze des Jahres gewählt. Alle Pflanzenteile des Maiglöckchens sind stark giftig. Die Pflanze enthält starke herzwirksame Glykoside vom Typ Cardenolid. Die höchsten Konzentration befindet sich in den Blüten und Samen. Die giftigen Inhaltsstoffe ähneln denen des roten Fingerhutes. Weitere Inhalte des Maiglöckchens sind Saponine, Flavonoide und diverse Pflanzensäuren. Früher wurden die getrockneten Blüten dem Niespulver zugesetzt, da es einen starken Niesreiz auslöst. Das Maiglöckchen galt im Mittelalter als Allheilmittel, doch später wurde seine Giftigkeit festgestellt und es geriet als Heilmittel fast in Vergessenheit.

Beim Sammeln von Bärlauchblättern, welche den Maiglöckchenblättern sehr ähnlich sehen, besteht die Gefahr des Verwechselns der Pflanzen. Allerdings haben die Bärlauchblätter einen typischen Knoblauchgeruch.
Übrigens: Lt. den Autoren Hanns Hatt und Regine Dee, „Das Maiglöckchen-Phänomen“, soll das männliche Sperma nach Maiglöckchen riechen.

In der christlichen Glaubenslehre zählte das Maiglöckchen neben der Lilie, der Rose und anderen Pflanzen, zu den Marienblumen. Mit seinen kleinen weißen, nickenden Glockenblüten, steht es symbolisch für die keusche Liebe, Demut und Bescheidenheit von Maria Muttergottes.

Im Mittelalter brachte man die Blume sehr wahrscheinlich irrtümlich, mit der „Lilie des Tales“ in Verbindung, die im Hohelied Salomos erwähnt wird. In Großbritannien heißen die Maiglöckchen Lily of the valley, Lilie des Tales. Vermutlich handelt es sich im Hohelied aber doch um die wirkliche Lilien.

Das Maiglöckchen stand oft als Symbol für die Heilkunde. Früher war es für bedeutende Ärzte üblich, sich mit bestimmten medizinischen Symbolen porträtieren zu lassen. Das Maiglöckchen wurde auf den Gemälden meist unauffällig und klein, und am unteren Bildrand, dargestellt. Sogar Nikolaus Kopernikus lies sich mit einem Maiglöckchen in der Hand malen. 

Das Maiglöckchen sagt: In meinen Gedanken an Glücklichsein bist Du allein.

In der Symbolik steht es für Reinheit, Festlichkeit, Seligkeit, erwachende Liebe. Das Grün der Blätter steht für die Hoffnung, das Weiß der Blüten zeigt Reinheit an. Schon immer sind Maiglöckchen ein Glücks- und Liebessymbol gewesen. Auf alten Bildern sieht man die kleinen Blümchen oft in Händen von Märtyrern, denn das Maiglöckchen steht auch für ein tödliches Schicksal.

Maiglöckchen sind in Brautsträußen immer noch sehr beliebt. Auch bei vielen Dichtern wurde durch das Maiglöckchen, die Phantasie seit eh und je, sehr inspiriert.

Wer Maiglöckchen am 1. Mai bei sich trägt, soll das ganze Jahr Glück haben. In Frankreich gibt es den Brauch, am „Maiglöckchentag“, auf den Straßen Maiglöckchensträuße, als Glücksbringer, zu verkaufen.

Im Mai fanden in der katholischen Kirche Marien-Andachten statt und in vielen katholischen Häusern, im Mai, wurde ein Marienaltar errichtet. Darauf stand eine Marienfigur und die Maiglöckchen wurden gerne als Blumenschmuck genommen.

In einer Legende wird erzählt, dass als Maria neben dem Kreuz ihre Tränen vergoss, dort Maiglöckchen gewachsen sind. Daher stammen die Namen, Frauen- oder Marientränen. Das Maiglöckchen ist ein christliches Symbol des Heils und der reinen Liebe.

Nach einer anderen Legende aus Frankreich, entstanden die Maiglöckchen  aus dem Blut des Heiligen Leonard, als er den Kampf gegen einen schrecklichen Drachen verlor.

Früher glaubte man, wenn man mit Maiglöckchen das Gesicht abreibt, die Sommersprossen verschwinden.

Maiglöckchen

Maienglöcklein läuten wieder

Maienglöcklein läuten wieder,
Denn der Frühling ziehet ein,
Und der Vögel helle Lieder
Heißen ihn willkommen sein.

Und mit Sonnenschein beladen
Und mit Blumenduft besä‘t
Nahet er von Gottes Gnaden,
Er, des Frühlings Majestät.

Und an eines Berges Halde
Schlägt er auf sein Königszelt,
Und beruft aus Feld und Walde
Hin zu sich die Sängerwelt.

Und er spricht zu ihnen allen:
Hört, ihr Sänger groß und klein!
Jeder singe nach Gefallen,
Frei soll alles Singen sein!  —

Und die Maienglöckchen klangen
Niemals noch so hell und laut,
Und die kleinen Vöglein sangen
Niemals noch so hold und traut.

Warum klingen doch die Lieder
Und die Glöckchen weit und breit?
Ja, dem Frühling gilt es wieder,
Mehr doch gilt‘s der Singfreiheit

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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Eine Antwort zu Unsere Freunde, die Blumen… Das Maiglöckchen…

  1. deutschtrailer schreibt:

    Vielen dank und ein schönes wochenende Gabryon….💗💗💗

    Könntest du im WordPress einstellung die likes auch auf der Haupsseite zeigen.
    Wäre viel besser und schneller zu liken …. 🙂

    Tipp: In der WordPress einstellungen (Sharing) schaltflächen anzeigen und in alle 4 kästchen haken einsätzen …. 🙂

    Gefällt 1 Person

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