Unsere Freunde, die Blumen… Das Gänseblümchen…

Gänseblümchen, groß und klein,
blühn auf der Wiese im Sonnenschein.
Wiesenmännchen freut sich dran,
weil’s mit ihnen spielen kann.
(Poesiealbumspruch)

Es ist wohl das bekannteste und beliebteste Blümchen bei Jung und Alt, um das sich Legenden und Mythen ranken. Dem es Zauberkräfte und große Heilwirkung zugeschrieben wird und das auch noch gut schmeckt, das Gänseblümchen.

Das Gänseblümchen, lateinisch Bellis perennis genannt, gehört zur Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblüter. Es ist eine mehrjährige, ausdauernde, krautige Pflanze, was auch ihr lateinischer Name aussagt, die Schöne ausdauernde. Das Gänseblümchen hat ganz viele andere Namen und ist unter anderem bekannt unter Maßliebchen, Tausendschönchen, Augenblümchen, Gänseliesl, Maiblume, Mutterblümchen, Regenblume, Sonnentürchen, usw.. (Wer alle Namen wissen möchte, der schaue bitte auf Wikipedia nach). Das Gänseblümchen blüht auf fast allen Rasen, wächst auf Wiesen, an Feldwegen, auf Grasplätzen und in den Gärten und ist somit die bekannteste Pflanze Mitteleuropas.

Dieses kleine Blümchen braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen feuchten, möglichst nahrhaften Boden. Damit diese kleinen weißen Blumen überleben können, ist es notwendig, das der Rasen regelmäßig gemäht wird. Ansonsten wird das niedrig wachsende Blümchen vom langen Gras und den Wildblumen überwuchert. Es blüht fast ganzjährig und ist auch frostresistent.
Gänseblümchen richten sich immer nach der Sonne, genauso, wie die Sonnenblumen. In der Wissenschaft wird es Heliotropismus genannt. Bei Sonnenuntergang und Regenwetter schließt sich die Blüte. Sie öffnet sich erst wieder am nächsten Morgen, wenn die Sonne scheint. Die Gänseblümchen wachsen bodennahe auf Stängeln aus Blattrosetten. Die Blüte, des Gänseblümchens, ist eine Scheinblüte, wie bei der Sonnenblume. Die Einzelblüten, sind Röhrenblüten, mit mehr als 100 Einzelblüten. Sie bilden das sogenannte Körbchen. Durch das Bilden von Adventivwurzeln, können sich Gänseblümchen ohne Befruchtung vermehren und sie können auch sich selbst bestäuben.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters wurde das Gänseblümchen als starke Heilpflanze erwähnt. Die Menschen stellten Tees, Tinkturen und Salben her, die gegen Erkältungskrankheiten, Schleimhautkatarrhe, Kolikschmerzen, Leberstörungen und Blasenleiden und vieles mehr, angewendet wurden. Wie viele Heilpflanzen enthalten auch Gänseblümchen giftige Stoffe, und wenn man größere Mengen verzehrt hat, können Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten. In kleinen Mengen jedoch sind die Blümchen harmlos, schmecken lecker und sind eine Delikatesse. Längst hat das Gänseblümchen Einzug in die moderne Küche gehalten. Aus verschiedenen Teilen der Pflanze werden köstliche Salate, Suppen, Backwaren, Desserts oder Dekorationen hergestellt werden. Manchmal werden die Blüten sogar sauer eingelegt und als Kapernersatz verwendet.

Rezept für einen Tee:
Von Mai bis August soll man die Blüten sammeln, weil sie da die meiste Kraft haben. Dann müssen sie im Schatten trocknen.
1 Teelöffel Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen.

Die Symbolik des Gänseblümchens in der Magie und Brauchtum bedeutet: Reinheit und kindliche Unschuld.

Das Gänseblümchen sagt: Ich möchte gern recht lieb zu Dir sein.

Geschlecht: feminin; Planet: Venus; Element: Wasser; Gottheiten: Freiya, Ostara, Artemis, Thor, Baldur; Magische Kräfte: Lust, Liebe, Reinheit, Unschuld.

Nach der Christianisierung wurde das Gänseblümchen der Jungfrau Maria gewidmet, und somit wurde das Gänseblümchen zum Marienblümchen oder Mutterblümchen. Eine Legende erzählt, dass die Blüten, die Tränen Marias, die sie auf der Flucht nach Ägypten geweint hat, symbolisieren. Der Name „Maßliebchen“ leitet sich von „der Jungfrau Maria lieb“ ab. Die weißen Blüten symbolisieren die Unschuld des Christuskindes und die Keuschheit der Mutter Maria.

Mythen, Legenden und die magische Seite des Gänseblümchens:

Wenn man 7 Blüten auf einmal mit seinem Fuß bedecken kann, ist der Frühling da.

Es wird behauptet, dass das Gänseblümchen nicht nur Glück und Verstand verleiht, sondern auch ein heiteres, sonniges Gemüt, weil das kleine Blümchen eine starken Zauber ausstrahlt.

Es heißt, wenn man die ersten drei Gänseblümchenblüten im Frühling ist, dann soll man das ganze Jahr gegen Krankheiten geschützt sein.

Und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem geht jede wichtige Arbeit gut von der Hand und man wird bei Verhandlungen und Entscheidungen unterstützt.

Jedes Kind kennt das Blumenorakel, bei dem die Blüten einzeln abgezupft werden: er liebt mich, er liebt mich nicht …
oder…
er liebt mich von Herzen…mit Schmerzen…ein wenig…fast gar nicht…
oder…
die gelben Röhrenblüten wurden hoch in die Luft geworfen und man hat versucht, mit dem Handrücken die Blüten aufzufangen. Die Anzahl der Blüten, die aufgefangen wurden, sollte die Anzahl der Kinder, die man bekommen würde, oder wieviele  Jahre es bis zur Eheschliessung sind, anzeigen.

Kränze aus Gänseblümchen sollten kleine Mädchen davor bewahren, von Feen verschleppt zu werden.

Wenn eine Frau sich ein Gänseblümchen ins Haar flocht, so wollte sie nicht geheiratet werden.

Ketten und Girlanden aus Gänseblümchen sollten die Häuser unser Vorfahren gegen böse Geister und Hexen in der Walpurgisnacht beschützen.

Das Gänseblümchen gilt als erster Frühlingsbote. Den Kelten, verkündete das Gänseblümchen mit dem Öffnen seines weißen Blütenkelches, die Anwesenheit des Sonnengottes Baldur. Daher der Name Sonnenblümchen. Es ist eine alte germanische, keltische Kultpflanze und sie war nicht nur Baldur, sondern auch der großen Göttin Freiya bzw. Ostara oder Artemis, geweiht. Es waren die Göttinnen des Frühlings und der Auferstehung und Vieles von den Bräuchen ist nach der Christianisierung zur Osterzeit übernommen worden.

Für die Kelten und für die frühen Germanen, war die Göttin, die warme, gütig strahlende Sonne. Sie war die Göttin, die kosmische Gänsemagd, die wie die Dorfmädchen, die Gänse am Morgen (Frühling) auf den Anger und abends (Herbst) wieder in den dunklen Stall führt. Die Gans, die auf ihren jährlichen Wanderungen der Sonne folgt, gehört ebenso zu der Sonne wie das Gänseblümchen.

Eine alte Überlieferung besagt, dass die Göttin Artemis von einem Ungeheuer verschlungen wurde, sie aber unverletzt aus ihm herauskam. Später hat die Kirche anstelle von Artemis die Heilige Margarete von Antiochia und Satan eingesetzt. Der Teufel soll über die Gänseblümchen so erbost gewesen sein, dass er neben jedes Blümchen eine seiner immer wieder nachwachsenden Krallen warf, die sich in Knoblauchpflanzen, den Neidstern, verwandelten. Der Neidstern soll angeblich jede andere Pflanze im Wuchs behindern, doch dem Gänseblümchen konnte er nichts anhaben.

In der keltischen Mythologie wird behauptet, dass die Wurzel des Gänseblümchens ein Mittel ist, um das Wachstum zu verhindern. Zerkleinert und als Trank verabreicht, soll es diese Wirkung erzielen.
Nach einer irischen Sage wird erzählt, dass die Fee Milka, dem Kind des Königs heimlich ” Gänseblümchenspeise” zu essen gab, damit es nie erwachsen wird. Bis heute gibt es auf den britischen Inseln und bei spanischen Zigeunern den Brauch, dass junge Hunde Gänseblümchen zu fressen bekommen, damit sie nicht groß werden.

Als noch des Sommers blaue Himmel lachten

Als noch des Sommers blaue Himmel lachten,
Die Rosendüfte durch die Fluren drangen,
In jedem Hauche Blütenknospen sprangen
Und hundert Blicke tausend Wunder brachten,

Als Lieder dann im Herzen froh erwachten
Und mit den Vögeln um die Wette sangen, –
Durchzog sie doch so manches leise Bangen,
Wenn an den Herbst sie, an den Winter dachten.

Heut ging ich einsam auf beschneiten Wegen,
Da sah mir, schelmisch unterm Busch verborgen,
Ein Gänseblümchen aus dem Schnee entgegen,

Und ich empfand – und ohne Zukunftssorgen –
Andächtig wie ein einem Heiligtume
Zum ersten Mal die Schönheit einer Blume.

Ferdinand Ernst Albert Avenarius

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Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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4 Antworten zu Unsere Freunde, die Blumen… Das Gänseblümchen…

  1. outdoorpictures schreibt:

    In deinem Blumenkranz im Haar sehe ich kein Gänseblümchen! 😉 Absicht oder hattest Du keines zur Hand? 😉 Liebe Grüsse Thomas

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  2. einfachtilda schreibt:

    Ich hab diese Blümchen einfach gerne. Gegessen noch nie 🙂 ❤

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