Nur nicht heiraten!

Jetzt sing ich von der Ehe
ein Lied voll Ach und Wehe –
ich sag es ihnen all’n:
ich bin hinein gefall’n. –
Denn schon am Hochzeitstage,
da hatt‘ ich meine Plage,
sie schimpfte und hat wutentbrannt
’nen Schafskopf mich genannt.
„Was“, schrie ich, „wie kannst du sowas wagen –
ich ein Schafskopf, wer kann sowas sagen!“
„Ich weiß von meiner Mutter“ fing sie da an zu schrei’n,
„Die sagte stets: wer dich mal nimmt, das muss ein Schafskopf sein!“

Mein Weib, das war nicht scheene,
Sie ließ mich nie alleene –
dann kam der Storch ins Haus –
da konnt sie nicht mehr raus.
Sie sprach: „ ’s ist kein Vergnügen,
ich muss im Bette liegen.
Die Frau’n plag’n mit den Kindern sich,
warum kriegt Ihr sie nicht?“
„Ja“ sagt ich, „das könnt Euch wohl so passen,
da würdet Ihr Euch freuen, die Sache wäre nett –
die Mutter latscht ins Wirtshaus ’nein und Vater liegt im Bett.“

Das achtzehnjährige Käthchen
war unser Stubenmädchen –
der hab ich mal entzückt
ein Küsschen aufgedrückt.
Doch schon beim zweiten Schmatze
stand meine Frau am Platze.
Sie schrie: „Was stehste denn bei der?
Ich lieb Dich so sehr.“
„Nee“, sagt ich „Du liebst mich nicht ein bisschen,
denn sonst gönnst du mir so’n kleines Küsschen.
’s ist keine wahre Liebe. Die Frau gönnt ihrem Mann
nur immer das Vergnüg’n, wovon sie auch was haben kann.“

Ach, und im Geld ausgeben,
da kann ich was erleben –
Sie kauft,’s ist ihr egal,
4 Hüte auf einmal.
Und dann die vielen Kleider –
Sie kommt nicht aus dem Schneider –
und geb ich ihr kein Geld dazu,
lässt Sie mir keine Ruh.
Ihr Geschrei, das martert mich zu Tode.
„Sie hätte nichts zum anzieh’n –’s Kleid wer aus der Mode.“
„Ach“, sagt ich darauf wütend, „mach nur nicht so’n Skandal,
Hupf‘ meinetweg’n im Hemde rum, das ist mir ooch egal.“

Und essen kann mein Weibchen,
die füttert sich ihr Leibchen
Sie wurde kugelrund
und wog 200 Pfund.
Die Taille war verschwunden,
’s war oben so wie unten.
Nun möcht‘ Sie wieder mager sein,
drum nimmt Sie Pillen ein.
Diese Pill’n sind ihr sehr gut bekommen,
20 Kilo hat sie abgenommen.
Wenn die so weiter abnimmt, da wirkt das Ding famos,
da bin ich meine Alter in 10 Jahren wieder los.

Mehr will ich jetzt nicht sagen,
ich muss mein Leid ertragen.
Nur eines macht mich froh:
’s geht andern ebenso.
’s gibt viele solche Leute,
so mancher Eh’mann heute,
der mich gehört, denkt sicherlich:
der hat so unrecht nich.
(Zum Publikum:)
drum möcht ich mal Ihre Meinung hören –
nehm’n wir an, dass sie noch ledig wären,
nähm’n Sie in diesem Falle dieselbe Frau noch mal?
(Jemand aus dem Auditorium ruft: Nein!)
Na seh’n Sie, was der sagt, dass denkt die Hälfte hier im Saal!

Otto Reutter

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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