KARFREITAG… DER TAG DER TRAUER UND KLAGE…


Die Karwoche beginnt nach dem Palmsonntag, sie schließt Gründonnerstag und Karfreitag ein, und endet mit dem Karsamstag. Das Wort Karfreitag wird abgeleitet von dem althochdeutschen Begriff “kara”, was so viel wie Trauer oder Klage bedeutet. Der Karfreitag gehört zu den wichtigsten Feiertagen in der christlichen Welt. Für Christen ist dieser Tag so bedeutsam, weil es sich laut Bibel um den Tag handelt, an dem Jesus den Tod am Kreuz erleiden musste, um die Menschen von ihren Sünden zu befreien. In den mehr als 2000 Jahren seit Entstehung des Christentums, entwickelten sich viele religiöse und kulturelle Bräuche um diesen hohen Feiertag. Die genauen historisch-religiösen Hintergründe sind jedoch heute immer weniger Menschen bekannt. Das Wissen über die Ereignisse dieses Tages geht nach und nach verloren, obwohl es sich dabei um Inhalte handelt, die eine zentrale Rolle in unserem westlichen Kulturkreis einnehmen.

In christlichen Gemeinden auf der ganzen Welt werden an diesem Tag inhaltlich und formal besonders aufwendig gestaltete Messen und Gottesdienste gefeiert. Diese Tradition existiert seit vielen Jahrhunderten und wird jedes Jahr neu belebt. Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung Jesu gehören eng zusammen. Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen vollkommenen Ablass, der die Kreuzwegandacht verrichtet.

1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

Der am Karfreitag begangene Kreuzweg beschreibt die wichtigen Stationen dieses Tages.

In der Reformation ist der Karfreitag (von Luther »guter Freitag« genannt) ein halber Feiertag, an dem das Lesen und Predigen der Leidensgeschichte Jesu, die Passionsgeschichte im Mittelpunkt steht und thematisiert wird. Erst später wurde der Karfreitag zum Bußtag. In Preußen war er zeitweilig der Konfirmationstag.

Evangelisches Gesangbuch 86

Jesu, meines Lebens
Leben, Jesu, meines Todes
Tod, der du dich für mich gegeben
in die tiefste Seelennot,
in das äusserste Verderben,
nur dass ich nicht möchte sterben:
Tausend, tausendmal sei dir,
liebster Jesu, Dank dafür!

Am Karfreitag werden heute noch verschiedene Brauchtümer gepflegt: Christen essen am Karfreitag Fisch, weil der Fisch eines der ältesten Symbole ist, mit dem sie sich zu erkennen geben. Das Wort „Fisch“ heißt auf griechisch „Ichthys“.

Das sind die Anfangsbuchstaben von
„Iesos Christos Theou Yios Soter“.

Auf deutsch: „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“. Darüber hinaus ist es christliche Tradition, dass an Fasttagen generell auf Fleisch „der Tiere des Himmels und der Erde“ verzichtet wird. Nach christlicher Tradition verzichtet man an Freitagen, in Erinnerung an den Karfreitag, auf teueres Fleisch und isst stattdessen Fisch. Der Fisch zählt nicht zu Fleisch und früher war er billiger. Christen gedenken am Karfreitag des Leidens und Sterbens Jesu. Dieser Tag dient der Besinnung auf die Leiden Christi am Kreuz.

In vielen katholischen Gemeinden wird Jesus, begleitet von Gebeten und Gesängen, in der feierlichen heiligen Messe zu Grabe getragen und betrauert. Der Altar ist nicht geschmückt, das “Ewige Licht” leuchtet durchgehend, bis am Ostersonntag Jesu Auferstehung von den Toten verkündet wird. Die Karwoche lockt immer wieder viele gläubige Pilger zu den berühmten Wallfahrtsorten auf der ganzen Welt. Auch Rom und Jerusalem gehören zum wichtigsten Ziel vieler Christen rund um die Osterzeit. Ein wichtiges kulturelles Ereignis am Karfreitag sind Passionsspiele, bei denen die letzten Tage in Jesus Leben bildlich dargestellt werden. In Oberammergau finden jährlich seit dem 17. Jahrhundert diese besonderen Aufführungen statt.

Der Karfreitag wird mindestens seit dem zweiten Jahrhundert gefeiert. Bis heute gilt er in der katholischen Kirche als strenger Fasttag. Gläubige, die älter als 14 Jahre sind, sollen an diesem Tag kein Fleisch essen. Katholiken zwischen 18 und 60 ist am Karfreitag nur eine Mahlzeit erlaubt. Ursprünglich durfte man an diesem Tag überhaupt nichts essen oder trinken. Selbst Glocken schweigen an diesem Tag. In Frankreich heißt der Karfreitag „vendredi saint“, was heiliger Freitag heißt. In England wird er „Good Friday“ oder „Black Friday“ genannt, was übersetzt guter Freitag oder schwarzer Freitag heißt. In Süddeutschland gab es seit dem 12. Jahrhundert einen schönen Brauch, in dem aufgesteckte bunte Glaskugeln zum Heiligen Grab gehörten. Die aus venezianischen Glashütten stammenden Kugeln galten als Sonnen- und Glücksymbol. Die farbigen oder mit gefärbtem Wasser gefüllten Glaskugeln wurden durch hinter ihnen angebrachte Öllämpchen erleuchtet. Das flackernde Licht verlieh der Grabszene eine geheimnisumwitterte Atmosphäre. Heute findet man die bunten Glaskugeln fast nur noch in den Gärten.

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu. Es ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit und der Tag der Vorbereitung auf den Feiertag der Auferstehung Jesu. Am Abend werden Altäre und Kreuze in den katholischen Kirchen von den Fastentüchern befreit, besonders die Kinder freuen sich auf den nächsten Tag, den Ostersonntag.

Karfreitag

Von des Todes Macht umfangen,
An dem Holz des Kreuzes hangen
Seh’ ich, Mittler, Dich!
Alles das, was Du gelitten,
Alles Heil, das Du erstritten,
Alles war für mich!

Für mich Sünder, für mich Armen
Opferst Du Dich voll Erbarmen,
Teures Gotteslamm!
Säst auf Dich die Schuld geladen
Und erwirbst uns Seil und Gnaden
An dem Kreuzesstamm!

Sühne allen zu erstreben,
Gabst Du, Herr, Dein göttlich Leben
Für die Sünderwelt;
Hast als Gottes Sohn erduldet,
Was wir selber tief verschuldet,
Zahlst das Lösegeld.

Ach! Wie können wir Dir danken,
Dir, des Liebe ohne Schranken,
Noch im Schmerz des Leids;
Lass uns Deines Tods gedenken,
Lass das Herz uns ganz Dir schenken
Unter Deinem Kreuz!

Lass uns gläubig es umfassen,
Nimmer, nimmer von Dir lassen
Hier in dieser Zeit,
Bis wir zu dem Throne dringen
Und Dir Dankespsalmen bringen,
Herr, in Ewigkeit!

Mathilde Leonhardt

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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