ADVENT, ADVENTSZEIT, ADVENTBRAUCHTUM….

Advent – das ist die Zeit der Weihnachtsmärkte und Glühwein. Es ist die Zeit der Kekse und der Kerzen. Für viele Menschen bedeutet die Adventszeit Hast und Eile. Die Innenstädte sind überfüllt. Die Weihnachts-Wunschlisten sind lang. Statt Stille und Besinnung herrscht Stress und die Terminkalender platzen aus allen Nähten. Die Werbeindustrie und der Einzelhandel machen sich die Adventszeit zu nutze. Was ist die Adventszeit wirklich?

Advent stammt aus dem Lateinischen (adventus) und heißt „Ankunft“.

Advent bezeichnet man die Jahreszeit, in der die Christen sich auf das Fest der Geburt von Jesus von Nazaret, auf Weihnachten, vorbereiten. Weihnachten ist ein christliches Hochfest. Die Christen gedenken an Weihnachten der Geburt Jesu und feiern die Menschwerdung Gottes. Der Advent soll auch daran erinnern, dass das zweite Kommen Jesu Christi erwartet werden soll.

Die Adventszeit in der heutigen Form geht  auf das 6. – 7. Jahrhundert zurück, und sie war ursprünglich eine Fasten- und Bußzeit. Die violette Farbe der Messgewänder erinnert noch heute daran. Die Adventszeit begann zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar.  In Mailand wird bis heute an einer sechswöchigen Adventszeit festgehalten, denn die Dauer des Advents ist nicht einheitlich.

In der römischen Kirche gab es früher zwischen vier und sechs Sonntage im Advent. Papst Gregor der Große hat dann die Zahl auf vier Sonntage festgelegt.  Die vier Sonntage standen symbolisch für die viertausend Jahre, welche die Menschen nach dem Sündenfall im Paradies auf den Erlöser warten mussten. Seit dem Konzil von Trient (1545 – 1563) schreiben die Lithurgiebücher den Advent gesamtkirchlich vierwöchig vor.

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit beginnt mit der ersten Vesper, des ersten Adventssonntags, zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember,  und sie endet am Heiligen Abend, mit der ersten Vesper von Weihnachten. Die westliche christliche Adventszeit dauert 22 bis 28 Tage und hat immer vier Sonntage.

Die Fastenzeit und die Adventszeit galten früher als „geschlossene Zeiten“. In diesen geschlossenen Zeiten durfte nicht getanzt und gefeiert werden. Feierliche Trauungen durften in geschlossenen Zeiten nicht stattfinden. Stille Trauungen waren jedoch erlaubt. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt.

In der heutigen Adventszeit hat sich der Adventskalender durchgesetzt. Er soll den Kindern die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen. Der Adventskalender hat 24 Türchen mit Bildern, Texten, Süßigkeiten oder Schokolade. Jeden Tag, bis Weihnachten, wird ein Türchen geöffnet.

Der Advent ist reich an Bräuchen. In den Kirchen sind in den nächsten Wochen Lieder, Gebete voller Erwartung und Sehnsucht, zu hören. Keine andere Zeit ist derart stark im Brauchtum und Bewusstsein des Volkes verwurzelt, wie die Advents- und Weihnachtszeit.

Zunächst wäre da der Adventskranz.  Auf dem Kranz befinden sich vier Kerzen, die nacheinander an den vier Adventssonntagen entzündet werden. So wird auf das näher rückende Weihnachtsfest hingewiesen. In besinnlichen Gottesdiensten und Andachten werden die Kerzen auch in den Kirchen entzündet.

Am Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember, stellt man sich Zweige von Sauerkirschen, türkischem Flieder, von Kastanien oder von anderen Bäumen oder Sträuchern, ins Wasser und an einen warmen Ort. Diese „Barbarazweige“ blühen dann zu Weihnachten. Das vermeintliche Wunder der Natur, Blüten im Winter, soll das Wunder der heiligen Nacht verdeutlichen.

Am 6. Dezember ist St. Nikolaustag. Nikolaus und Knecht Ruprecht  besuchen die Kinder, wobei Knecht Ruprecht  bedrohlich mit einer Rute wedelt. Letztendlich bekommen die Kinder doch das, was sie sich erhoffen: Süßigkeiten und Geschenke. Früher war Nikolaus der Tag der Geschenke. Das Nikolausbrauchtum in seiner christlichen Prägung findet noch in Holland und in vielen Gemeinden am Niederrhein, im Münsterland und Oldenburger Land statt.

Großer Beliebtheit erfreuen sich in der Adventszeit die zahlreichen Früh- und Spätschichten, die in den katholischen Kirchen angeboten werden. Junge Christen treffen sich früh, um ca. 6 Uhr oder spät um ca. 20 Uhr, zu Meditation, Gebet und Gesang.  Anschließend frühstücken die Teilnehmer gemeinsam oder lassen den Abend bei Tee und Gebäck ausklingen.

Seit einigen Jahren kommen wieder die „Rorate-Messen“ in Mode. Ursprünglich waren es Gottesdienste zu Ehren der Gottes Mutter Maria. Statt elektrischem Licht beleuchten nur Kerzen die Kirchen. Bei den Messen werden alte Gregorianische Gesänge gesungen.

Der 8. Dezember ist der Jungfrau Maria gewidmet. Die katholische Christen feiern das Fest der „Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria“. An diesem Tag wird nicht – wie häufig angenommen – der Zeugung Jesu durch den heiligen Geist gedacht, sondern dass Maria empfangen worden ist, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein.

Am 12. Dezember ist der Tag des Weihnachtssterns. In den USA ist dem Weihnachtsstern ein ganzer Tag der Vorweihnachtszeit gewidmet. Die Menschen feiern den „Poinsettia Day“. Sie machen sich gegenseitig eine Freude, indem sie einen Weihnachtsstern verschenken. Weihnachtssterne werden in der Vorweihnachtszeit zu Tausenden verkauft. Zu dieser Zeit hat der Weihnachtsstern Hochsaison. Er steht rot leuchtend auf den Fensterbänken unzähliger Wohnzimmer. Die Pflanze ist kein christliches Weihnachtssymbol. Aber mittlerweile hat sie auch Einzug in die Kirchen gehalten und schmückt an den Feiertagen die Altäre und Krippen.

Am 13. Dezember ist der Festtag der heiligen Luzia. Um das Luziafest hat sich in Europa ein vielfältiges Brauchtum entwickelt. Im Mittelalter wurden die Kinder  am Luziatag beschert. Der 24. Dezember wurde erst ab dem 16. Jahrhundert als Gabentag gefeiert. In Schweden verband sich dieser Festtag über Jahrhunderte mit der Wintersonnenwende. Die Wintersonnenwende ist die längste Nacht des Jahres. Danach werden die Tage wieder länger. Seit mehr als 200 Jahren ist der Luziatag in Schweden ein besonderer Feiertag. Eine Tochter der Familie stellt die Heilige Luzia dar. Sie trägt einen grünen Kranz mit einer Reihe brennender Kerzen auf dem Kopf. Auch in Deutschland gibt es ein Luziabrauchtum, das  besonders in Bayern gepflegt wird.

Ich wünsche ALLEN meinen Freunden und Lesern eine wundervolle, friedliche und besinnliche ADVENTSZEIT.

Liebe Grüße zum

Gabriele

Über Gabryon

Ich male mir mein Leben bunt. Wie der Wind… Vom Sternzeichen bin ich Wassermann und somit ein Luftzeichen. Ich bin praktisch und kreativ veranlagt und philosophiere gerne. Ich mag die Natur, Mensch und Tier. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich will es nicht darauf reduzieren, was ich besonders gerne mag. Das eine liegt mir an manchen Tagen mehr als das andere und ich habe es zumindest ausprobiert, um zu entscheiden, ob es für mich etwas ist oder nicht. Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, es zu tun oder zu lassen. Ich bin wie der Wind. Unterschätze nie die Kraft des Windes.
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2 Antworten zu ADVENT, ADVENTSZEIT, ADVENTBRAUCHTUM….

  1. Eulencamperin schreibt:

    Liebe Gabriele,
    vielen Dank für die interessanten Ausführungen und die schöne Aufmachung mit den Bildern.
    Den Adventskranz gibt es ja auch noch nicht so lange (seit 1839) und wurde hier in Hamburg durch Johann Hinrich Wichern eingeführt.

    Ich wünsche Dir und Dieter von ganzem Herzen einen gemütlichen, besinnlichen ersten Advent!
    Liebe Grüße
    Rika

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  2. powerfjord schreibt:

    Hier schneit es ja schon kräftig. 😉
    Schön …

    Lieben Gruß
    Chrisi

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